Frischer Wind im Snowboardcross
Die Bernerinnen Sina Siegenthaler und Noémie Wiedmer hauchen dem Snowboardcross in der Schweiz neues Leben ein. Macht die 18-jährige Wiedmer so weiter, sieht die sportliche Zukunft rosig aus.
Es waren keine leichten Jahre für den Schweizer Snowboardcross, seit die Ära von Tanja Frieden, der Olympiasiegerin von 2006, Olivia Nobs, der Olympiadritten von 2010 sowie Sandra Frei, Mellie Francon und Simona Meiler in den frühen 2010er-Jahren endete und die Frauen ihren Status als Nummer 1 unter den Nationen einbüssten.
Man habe den Generationenwechsel, den Übergang des damaligen Nachwuchses in den Weltcup, «ein bisschen verpasst», räumt Christian Thoma ein, der heutige Schweizer Snowboardcross-Nationaltrainer. Die Nachwuchsförderung habe neu strukturiert werden müssen, das Leistungsdenken neu implementiert. Hinzu kam der tragische Lawinen-Tod der nicht nur im Team überaus beliebten Podestfahrerin Sophie Hediger Ende 2024, der für eine Schockstarre sorgte.
Die Eine aus Tausenden
Fast 14 Jahre zogen ins Land, bis wieder eine Schweizerin im Weltcup aufs Podest stieg. Nun gibt ein Duo starke Gegensteuer: Sina Siegenthaler und Noémie Wiedmer.
Siegenthaler beendete Ende 2023 in Cervinia die lange Podest-Durststrecke und gewann als erste Schweizerin seit Frei Ende 2009 wieder ein Weltcuprennen. Seither gehört die 25-jährige Emmentalerin durchgehend zu den Top 10 der Szene, am Wochenende feierte sie im Montafon ihren zweiten Weltcupsieg.
Mit der Berner Oberländerin Noémie Wiedmer findet sich ein Juwel der besonderen Sorte in den Reihen. «Sie ist die Eine aus Tausenden, eine Ausnahme-Erscheinung», sagt Thoma, ohne überschwänglich sein zu wollen.
Rasanter Aufstieg
Wiedmers Aufstieg verläuft rasant. Wie Siegenthaler sechs Jahre zuvor fuhr die damals 17-jährige Diemtigtalerin im ersten Weltcuprennen sogleich in die Top 5. Nur viermal klassierte sie sich seither in 13 Weltcuprennen nicht in den Top 10, im 13. stieg sie am letzten Wochenende als Dritte zum ersten Mal auf das Podest. An den Olympischen Spielen verpasste sie vor einem Monat in Livigno einen Medaillencoup als Vierte knapp, an den Junioren-Weltmeisterschaften gewann sie an diesem Wochenende Silber. «Ein Highlight folgt aufs andere», findet auch Wiedmer.