Frisch gebackener Papi und begnadeter Torvorbereiter
Überraschend früh kehrt der Davoser Center Enzo Corvi ins Team zurück. Im fünften Spiel des Playoff-Finals brilliert er bereits mit zwei Assists – als Papi mit müden Beinen und strapazierten Nerven.
Es ist einer dieser Zuckerpässe, die Enzo Corvi zu einem der besten Spieler mit Schweizer Pass machen. Zentimetergenau landet er auf dem Stock von Matej Stransky, der in der 36. Minute zur ersten Davoser Führung gegen Fribourg-Gottéron vollendet. Am Ende braucht es am Sonntagabend noch eine Verlängerung, ehe der dritte Sieg in der Best-of-7-Serie feststeht. Corvi verbucht zwei Assists und wird als bester Spieler ausgezeichnet.
Das erstaunliche daran: Corvi war erst am Freitag im Spiel 4 in Freiburg nach mehr als dreimonatiger Pause wegen einer Kopf- und Nackenverletzung ins Team zurückgekehrt. Zur Überraschung vieler, nicht zuletzt seiner eigenen. «Als wir nach dem dritten Spiel 1:2 hinten lagen, sind wir mit dem Coaching- und dem medizinischen Staff zusammengesessen», verrät er nach dem Sieg in der Verlängerung. «Komm, probieren wir es, dachten wir uns. Und es ist recht gut gegangen.»
Kein Training mit dem Team und müde Beine
Dabei sieht sich Corvi noch lange nicht bei hundert Prozent. Auf die Frage, wie er sich fühle, verzieht der 33-jährige Churer leicht das Gesicht. «Schlecht, muss ich ehrlich sagen. Die Beine sind irgendwie noch nicht da.» Er habe fast keine Vorbereitung auf das Spiel gehabt. «Ich habe wenig trainiert. Und nie mit dem Team trainiert.» Aber er wolle einfach etwas helfen, bei den Bullys, sauber in der Defensive arbeiten. «Meine Teamkollegen machen es mir auch einfach, sie rennen für mich, damit ich ein bisschen weniger laufen muss.»
Für den Teamkollegen Simon Knak liegt in Corvis Worten ganz viel Understatement. «Er ist eigentlich wie ein junger 21-Jähriger, er mag eigentlich immer», meint der WM-Silbergewinner von 2025 lachend über denjenigen von 2018. «Nur im Kopf muss man ihm manchmal einreden, dass er noch mag. Und dann kommt er wieder mit diesen Zuckerpässchen.»