Pro und Contra: Skischulen ja oder nein?
Pro – Roman Michel
Jahrelang besuchte ich während den Sportferien die Skischule. Und ja: Heute kann ich Ski fahren. Ziel erfüllt. Punkt. Mehr gibts nicht zu sagen. Halt. Doch! Weil die Skischule eben mehr ist, als bloss ein paar Bögli im Schnee zu lernen. Skischule, das ist auch heisse Schoggi trinken, wenn es draussen so kalt ist, dass beinahe die Finger abfallen. Skischule, das ist auch, über kleine Schanzen zu springen und sich wie Simon Ammann zu fühlen. Mindestens. Skischule, das ist auch eine Medaille zu gewinnen, obwohl ich im Rennen im Schnee landete. Wo gibts das schon, eine Medaille trotz Sturz? In der Skischule!
Aber zurück zur heissen Schoggi. Ist die Skischule mitunter nicht auch ein Ort des sozialen Kontakts? Während einer Woche ist man als Gruppe unterwegs. Man versucht, vom Sessellift mit Schneebällen das Pistenschild zu treffen. Freut sich gemeinsam über jeden Volltreffer. Man stürzt gemeinsam. Friert gemeinsam. Lacht gemeinsam. Oder die Spiele auf der Piste: Tatzelwurm, Synchronfahren. Alles nur in Grüppchen möglich. Das eine oder andere neue Feriengspändli trifft man dann plötzlich im nächsten Jahr wieder. Am selben Ort, bloss in der nächsthöheren Kategorie. Lässig, nicht?
Wahrscheinlich hätte ich auch ohne Skischule gelernt, Ski zu fahren. Aber ganz ehrlich: Sie bewahrte mich und wohl auch meine Eltern vor vielen unangenehmen Stunden, bösen Worten und Tränen. Wenn der Skilehrer vormachte, wie man den Körperschwerpunkt in den Kurven richtig verlagert, war das ganz schön cool. Wenn hingegen die Mutter sagte, ich solle doch noch etwas mehr in die Knie – da war der Familienfrieden für eine kurze Zeit mal aus den Fugen. Kurzer Perspektivenwechsel: Als Vater würde ich wohl ganz vieles hergeben für einen gemütlichen, kinderlosen Ferienmorgen auf der Piste. Ganz zu schweigen von der Geduld, die mir fehlen würde, um meinem Kind das Skifahren beizubringen.