Frankreichs Schulproteste starten in neue Woche
Gymnasiasten und Studenten in Frankreich wollen den Druck auf die Regierung mit weiteren Protesten erhöhen.
Solange die Forderungen im Umfang von zehn Milliarden Euro nicht erfüllt seien, gehe der Protest weiter, kündigte die Gewerkschaft der Gymnasiasten USL an. Man wolle nichts Besonderes, lediglich sanierte Schulgebäude und ausreichend Lehrkräfte. Der Protest hält bereits seit mehreren Wochen an. Teils kam es am Rande zu Ausschreitungen. Einsatzkräfte nahmen Tausende junge Menschen vorübergehend fest.
Aktionstag am Dienstag – auch Lehrkräfte wollen streiken
Bereits zum Wochenstart dürfte es wieder Demonstrationen und Blockaden vor Schulen geben. Den grossen Aufschlag wollen Schüler und Studenten aber am Dienstag machen. An dem Aktionstag wollen sie in die Nähe des Sitzes des Premierministers ziehen, während in der Nationalversammlung die Beratungen über den kommenden Haushalt anlaufen. Auch mehrere Lehrergewerkschaften haben dazu aufgerufen, an dem Tag zu streiken und sich dem Protest ihrer Schüler anzuschliessen. Sie werfen der Regierung vor, keine zufriedenstellende Antwort geliefert zu haben. Die Gewerkschaft SNES-FSU fürchtet, das Personal werde den Missstand ausbaden müssen.
Während die Regierung die Proteste zunächst zu unterbinden versuchte, ist sie mittlerweile bemüht, die wütenden Schülerinnen und Schüler zu beschwichtigen. Frankreichs Premier Sébastien Lecornu schaltete sich ein und versprach bessere Lernbedingungen. Bildungsminister Édouard Geffray kündigte an, dass 3.000 Vertretungslehrkräfte zügig an die Schulen kommen sollten. Den Demonstranten reicht das nicht. Doch die Regierung steht wegen der hohen Verschuldung und dem Sparzwang finanziell unter Druck.