Föhnsturm knickt Bäume – in Braunwald auf ein Haus
Der Föhnsturm in der Nacht auf Freitag hat im Klöntal etwas sichtbar gemacht, das bisher mit gutem Grund hinter hohen Bäumen versteckt war. «Im Büchelberg ist der zuvor verdeckte Bunker nach dem Sturm fast komplett sichtbar», schreibt der in der Seerüti im Klöntal aufgewachsene Jakob Heer zu einem der Bilder, die er auf einem Rundgang gemacht hat. Auch sonst hat der Sturm vielerorts Bäume abgeknickt oder entwurzelt, so seine Beobachtung.
Nebenstrassen blockiert
Die Strasse ins Klöntal und dem See entlang war am Freitag von kurz nach Mitternacht bis um 14 Uhr gesperrt, wie die Kantonspolizei auf Anfrage erklärt. Die Sackbergstrasse konnte schon am morgen wieder geöffnet werden.
Auch auf weiteren Nebenstrecken habe es einzelne Bäume gehabt, so auf der Schwänditalstrasse ob Näfels und auf der Niederentalstrasse in Schwanden, wie die zuständigen Revierförster bestätigten.
In Braunwald fällte der Föhnsturm eine grosse Fichte auf das Dach des Bänningerhauses im Strick. Ein Ast habe das Dach durchstossen, sagt Gabriela Heer von Braunwald Klausenpass Tourismus.
Eine weitere Meldung betraf losgerissene Elemente im Bootshafen Mühlehorn, so die Kantonspolizei weiter.
Stromausfall im Klöntal
Auch der Strom ist im Klöntal ausgefallen. Von der Axpo-Mittelspannungsleitung vom Kraftwerk Löntsch zum Rhodannenberg wurde ein Stück von einem sturmgefällten Baum zu Boden gerissen, wie Axpo-Mediensprecher Hans Ulrich Walther sagte. Die Meldung ging noch am Donnerstag kurz vor Mitternacht ein, doch das aufgebotene Pikett habe wegen der Gefahr durch den Sturm wieder umkehren müssen und erst am Freitagmorgen nach Abflauen des Windes die Reparatur angehen können.
Bei den Technischen Betrieben Glarus sagt Geschäftsleiter Martin Zopfi: «Wir haben als Sofortmassnahme zuerst die Schwammhöhe mit einer Notstromeinheit versorgt.» Dies, damit die Kommunikation ins Klöntal über den Swisscom-Sendemast wieder aufgebaut werden konnte. Darauf mussten die Freileitungen im hinteren Klöntal begangen und kontrolliert werden, bevor man sie wieder unter Strom setzen konnte. Die drei Equipen, die im Einsatz waren, hätten eine «relativ verwüstete» Situation angetroffen, so Zopfi weiter. Mit Leitungsreparaturen und teils mit Notstromgeräten hätten die meisten Betroffenen bis Freitagmittag – dem Moment, wo die Axpo-Mittelspannungsleitung wieder Strom lieferte – wieder mit Strom versorgt werden können.