Flugverkehr über Italien stundenlang gestört
Wegen technischer Probleme im Datennetz der italienischen Flugsicherung ist es im nationalen und internationalen Flugverkehr über Italien zu stundenlangen Behinderungen gekommen.
Auf Flughäfen wie Rom, Mailand oder Bergamo fielen seit dem Morgen mehrere Dutzend Verbindungen aus oder waren erheblich verspätet. Betroffen waren auch Flüge zwischen Italien und Deutschland. Erst am Nachmittag gab die nationale Flugsicherungsbehörde Enav Entwarnung. Die Leistungsfähigkeit sei jetzt wieder «zu 100 Prozent» erreicht.
Auch nach vielen Stunden gab es allerdings noch keine Klarheit darüber, was genau zu den massiven Problemen führte. Einen Hacker-Angriff von ausserhalb oder Sabotage schloss die Enav aus. Im Laufe des Tages konnte nach ihren Angaben dann ein zweites Satelliten-Netzwerk in Betrieb genommen werden, um den Betrieb wieder zu normalisieren. Allerdings dauert im Luftverkehr so etwas in der Regel mehrere Stunden.
Manager klagt seit Jahren über veraltete Infrastruktur
Der Geschäftsführer der Fluggesellschaft Aeroitalia, Gaetano Intrieri, machte eine veraltete Infrastruktur verantwortlich. «Ich bin der Meinung, dass über die Jahre keine ausreichenden Investitionen in Modernisierung der Infrastruktur und Technologien getätigt wurden», sagte er dem TV-Sender Skytg24. Die Flugsicherung verwies darauf, dass für Verwaltung und Wartung des Datennetzes der italienische Mobilfunkkonzern Tim zuständig sei.
Nach Angaben der Flugsicherung wurden die ersten Probleme in der Nacht bemerkt. Um 6.00 Uhr seien deshalb «Massnahmen zur Verkehrsteuerung» in Kraft gesetzt worden. Dadurch konnten weniger Flugzeuge betreut und abgefertigt werden. Betroffen waren sowohl Maschinen, die in Italien starten und landen, als auch Flugzeuge, die Italien nur überfliegen wollten. Die Verspätungen betrugen zum Teil mehrere Stunden.