Flugshow in Altenrhein SG brüskiert Gemeinden in Vorarlberg (A)
Drei Vorarlberger Gemeinden in unmittelbarer Nähe zum Flughafen St. Gallen-Altenrhein haben scharfe Kritik an der für August geplanten Flugshow der Patrouille Suisse geäussert. Sie werfen ihrer Landesregierung vor, sie zugunsten der Schweiz übergangen zu haben.
Die drei direkt von Fluglärm betroffenen Gemeinden Fussach, Höchst und Gaissau auf der österreichischen Seite ärgern sich über die Vorarlberger Regierung. Diese gab dem Flughafen in Altenrhein vergangene Woche grünes Licht für sein Jubiläumsfest im kommenden Sommer. Es sei befremdlich, dass die Regierung die Bedürfnisse der Schweiz über jene ihrer Bürgerinnen und Bürger stelle. Das schrieb Stefan Überhör, Bürgermeister der Gemeinde Höchst (A), auf Instagram.
Der Ärger der österreichischen Gemeinden am Rheindelta entlädt sich an der Patrouille Suisse. Die Kunstflugstaffel der Schweizer Armee ist für das 100-Jahre-Jubiläum des Flughafens Altenrhein vom 28. bis 30. August angekündigt. Die österreichischen Nachbarn erachten den damit verbundenen Lärm über ihren Siedlungs- und Naturschutzgebieten als unzumutbar.
Das letzte Wort hat Wien
Die Nutzung des Flughafens Altenrhein wurde 1992 in einem Staatsvertrag geregelt. Deshalb braucht es für die Flugshow die Zustimmung der österreichischen Behörden.
Die Vorarlberger Regierung gab zwar ihre Zustimmung, stellte aber gleichzeitig die Bedingung, dass das Programm des Flughafenfestes angepasst werden müsse: Düsenjets dürfen nur zweimal je 30 Minuten fliegen. Zudem ist der Überflug von Siedlungsgebieten «möglichst zu vermeiden», wie es in einer Mitteilung hiess.
Da der Einsatz der Patrouille Suisse einen Staatsvertrag tangiert, entscheidet schliesslich das österreichische Verkehrsministerium in Wien über die Flugshow. Dies geschieht in Abstimmung mit dem Eidgenössischen Departement für Umwelt, Verkehr, Energie und Kommunikation. Für die Bürgermeister der drei Vorarlberger Gemeinden ist dies der letzte Funken Hoffnung, dass der Überflug der Schweizer Kampfjets über ihr Gemeindegebiet doch noch verhindert werden könnte.