Fische in Ostschweizer Gewässern leiden unter hohen Temperaturen
Die Wassertemperaturen in den Ostschweizer Gewässern haben diesen Sommer neue Rekordwerte erreicht. Die Fische und andere Lebewesen im Wasser leiden darunter. Obwohl Massnahmen wie Notabfischungen ergriffen wurden, sind bereits viele Tiere gestorben.
Die Zahl der Fische, die während der diesjährigen Hitzewellen verendet sind, dürfte allein in der Ostschweiz in die Hunderte gehen. Denn selbst Flüsse, wie etwa die Thur bei Niederbüren, erreichten in den letzten Tagen gemäss den Hydrodaten des Kantons St. Gallen Wassertemperaturen von teilweise über 28 Grad. Bei den hohen Temperaturen wird auch der Sauerstoff immer knapper. Viele Gewässer weisen zudem aussergewöhnlich tiefe Pegelstände auf und zumindest einige kleinere Bäche sind bereits ausgetrocknet.
«Den Fischen und allen anderen Lebewesen im Wasser wie Krebsen oder Muscheln geht es seit Wochen schlecht», resümiert denn auch Christoph Birrer, Abteilungsleiter Fischerei beim St. Galler Amt für Natur, Jagd und Fischerei, gegenüber der Nachrichtenagentur Keystone-SDA. Möglichkeiten, den Tieren zu helfen, gibt es. Doch auch die sind limitiert. «Zusammen mit Fischereivereinen haben wir in den letzten Wochen rund drei Dutzend Male Notabfischungen probiert», erklärte Birrer.
Von den insgesamt rund 8000 Kilometern Fliessgewässern im Kanton St. Gallen wird das Wasser vor allem in kleinen Bächen mit einer Breite von einem halben bis vier Metern knapp. Wie viele Fische dank der Notabfischungen genau gerettet werden konnten, ist noch nicht klar. Die definitiven Zahlen stehen erst im Herbst fest. Gemäss Birrer waren es bis in die erste Juli-Woche hinein aber sicherlich über 1000 Fische.
«Dann müssen wir zuschauen, wie die Tiere sterben»
Dank den Notabfischungen konnten die Tiere von sehr warmen Gewässern in etwas kühlere umgesiedelt werden. Doch auch diese Methode stösst irgendwann an ihre Grenzen: «Notabfischungen sind nur dann sinnvoll, wenn die Fische verletzungsfrei geborgen werden können, wenn sie gesund sind und wenn sie die richtige Genetik haben, sodass man sie in ein anderes Gewässer bringen kann», so Christoph Birrer. Eine weitere Einschränkung ist die Lebensraumkapazität eines Gewässers. Irgendwann ist der Punkt erreicht, an dem es in einem Fluss oder einem See schlicht zu viele Tiere hat.