Finma schliesst Signa-Verfahren gegen Julius Bär mit Tadel ab
Die Bank Julius Bär kann von regulatorischer Seite einen Schlussstrich unter die Signa-Pleite ziehen. Die Finanzmarktaufsicht Finma hat ihre Untersuchung nun abgeschlossen. Die Zürcher Bank stellt den Investoren nun ein Aktienrückkaufprogramm in Aussicht.
Die Finanzmarktaufsicht Finma tadelt in ihrer Mitteilung die Zürcher Vermögensverwalterin schwer: Julius Bär habe «in schwerer Weise» gegen aufsichtsrechtliche Bestimmungen verstossen, schreibt die Behörde in einer Mitteilung vom Dienstag. Allerdings habe die Bank bereits viele von der Finma auferlegte Sofortmassnahmen ergriffen, räumt die Behörde ein.
Wandel vollzogen
Nicht zuletzt habe Julius Bär auf Aufforderung der Finma im Jahr 2025 ihren Risikoappetit neu definiert. So habe sie sich von gewissen Kunden getrennt und auch das Geschäft mit privaten Unternehmenskrediten (Private Debt) eingestellt. Zudem habe die Bank den personellen Wandel auf Verwaltungsrats- und Geschäftsleitungsstufe vollzogen.
Die Untersuchung der Finma war von dem hohen Kreditabschreiber von Julius Bär auf die Darlehen an den gescheiterten Immobilienkonzern Signa des österreichischen Investors René Benko im Jahr 2024 ausgelöst worden. Die Bank musste damals Kredite über mehr als 600 Millionen Franken abschreiben. In einer zusätzlichen Untersuchung ging es um Geschäftsbeziehungen mit russischen «politisch exponierten Personen» (PEP).
Zusätzliche Eigenmittel
Mit dem Abschluss der Untersuchung muss Julius Bär nun aber der Finma unter anderem weiterhin bis 2032 Berichte einreichen, in denen sie über ihre Risikokultur Rechenschaft ablegt. Gleichzeitig wird nun ein 2025 Verbot neue Geschäftsbeziehungen mit gewissen PEP-Kunden «stufenweise» abgebaut.