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Schweiz & Welt

50 Jahre Rätia Center – und kein bisschen müde

Andri Dürst
20.12.2023, 12:00 Uhr
11.05.2026, 12:16 Uhr

Die Rahmenbedingungen hätten nicht besser sein können: Pünktlich zum Start der Wintersaison konnten nämlich alle Verkaufsflächen im Geschäftshaus vermietet werden. In den Räumlichkeiten des «jüngsten Zuwachses», dem Sportartikelhändler «Decathlon», feierte die geladene Gästeschar bei einem zünftigen Apéro riche das 50-jährige Bestehen des Gebäudes und stiess auf die nächsten 50 Jahre an.

Das Rätia-Center darf wohl als das Lebenswerk von Beat Fopp bezeichnet werden. Der 90-Jährige wandte sich mit verschiedenen Anekdoten an die Zuhörerschaft und blickte auf die Höhen und Tiefen zurück. Auch einen kurzen architektonischen Exkurs gab es. So erzählte Fopp von seiner Begegnung mit Professor Justus Dahinden. Der Erbauer des Centers sei ein «Künstler» gewesen, meinte der Rätia-Patron.

Vonseiten der Gemeinde überbrachte Statthalter Stefan Walser einige Grussworte. «Das Rätia hat den Turnaround geschafft», konstatierte er und anerkannte, dass es nach dem Weggang des Migros-Supermarktes einen langen Schnauf gebraucht habe, um wieder zur alten Grösse zurückzufinden. «Auch für die Gemeinde ist es wichtig, dass es dem Rätia gut geht», fügte er an und verwies auf die Bedeutung der Arbeitsplätze, die dort geschaffen würden.

Seit Kurzem ist Beat Fopps Sohn Adrian Verwaltungsratspräsident der Geschäftshaus Rätia AG. Auch dieser wusste spannende Anekdoten von seiner Kindheit zu berichten. Denn im dritten Stock eines Einkaufcenters aufzuwachsen, das war damals etwas Besonderes. So erlebte er auch viele Jahre unmittelbar mit. Rückblickend teilte er die Geschichte des Rätia in drei Phasen. «Die erste Phase nenne ich die Bau- und Blütezeit.» Diese habe von etwa 1970 bis 2010 gedauert. «Danach folgte die Umbau- und Suchphase. Die ‹Grand Dame› Rätia brauchte ein Facelifting. Gleichzeitig spürte man vermehrt die Konkurrenz aus dem Online-Handel.» Am heutigen Tage aber könne man nun in die dritte Phase starten. «‹Fit for the future› nenne ich sie», so Fopp. Zusammen mit seinem Bruder Silvan sowie dem Klosterser Moritz Rüedi habe man den Verwaltungsrat verjüngt – Beat Fopp bleibt aber mit beratender Stimme im Gremium. Doch das Ruder scheinen nun die «Jungen» übernommen zu haben. Man darf gespannt sein, wohin sie das Rätia in den nächsten (vielleicht 50) Jahren führen werden.

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