Fenster sind Bauteile mit unterschiedlichen Funktionen
von Michael Casutt , Projektleiter Energieeffizienz beim Amt für Energie und Verkehr Graubünden, Chur
Neben dem Umstand, dass über Fenster die Aussenwelt in den Wohnraum einbezogen wird, bringen sie Licht in das Gebäude. Licht steigert das Wohlbefinden der Bewohner und gibt Sicherheit.
Geschichte des Fensters
Die ältesten menschlichen Wohn- und Kultbauten waren fensterlos und das Licht drang lediglich über den Eingang und den Rauchabzug im Dach ein. Allmählich entstanden schlitzartige Lichtöffnungen in den Aussenwänden. Es handelte sich lediglich um Öffnungen in den Wänden – ohne eigentliche Fenster, wie wir sie heute kennen. Das Bedürfnis nach Licht scheint gross zu sein, so gross, dass unsere Vorfahren Wind und Wetter im Wohnraum dafür in Kauf nahmen.
Aus dieser Zeit stammt auch der Name Fenster. Das lateinische «fenestra» bedeutet Wind-Auge. In einer späteren Phase wurden die Öffnungen mit Häuten, Pergament oder Leinenstoffen bespannt, um Witterungseinflüsse zu reduzieren. Die Römer begannen die Öffnungen zu verglasen, erst mit matten Gläsern, später mit transparenten. Nördlich der Alpen wurde Fensterglas im 5. Jahrhundert mit dem Bau von Kirchen verbaut. Verglaste Öffnungen galten lange Zeit als besonderer Luxus. Bis ins 15. Jahrhundert waren Glasfenster in der Stadt keine Selbstverständlichkeit.