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Schweiz und Welt

Mindestens 157 Tote und Hunderte Vermisste nach Sturzflut in Nepal

Eine heftige Sturzflut in der Grenzregion zwischen Nepal und China hat eine tiefe Spur der Zerstörung hinterlassen und mindestens 157 Menschen in beiden Ländern in den Tod gerissen.
Agentur sda
gestern um 19:12 Uhr

Bei einer heftigen Sturzflut starben allein in Nepal nach Angaben der Polizei mindestens 157 Menschen. Hunderte Menschen – darunter 484 Reisende aus Nepal und aus dem Ausland sowie Polizisten und Soldaten – wurden vermisst. Die Behörden gaben für die flussabwärts gelegenen Gebiete in dem Himalaya-Staat eine Katastrophenwarnung heraus.

Nach Berichten der Zeitung «The Kathmandu Post» und anderer nepalesischer Medien richteten die Wasser- und Schlammmassen grosse Zerstörungen in Ortschaften und an Infrastruktur entlang des Bhotekoshi an, der im Hochland von Tibet entspringt und die nepalesische Provinz Bagmati durchfliesst.

Bilder des nepalesischen Fernsehens und Videos in den sozialen Medien zeigten, wie zahlreiche Häuser, Wasserkraftanlagen und Strassen zerstört, Brücken weggespült und ganze Dörfer überflutet wurden. Laut einem Bericht der Zeitung «The Kathmandu Post» ereignete sich die Überschwemmung, nachdem eine Eislawine auf der chinesischen Seite der Grenze zu Nepal einen Nebenfluss des Bhotekoshi blockiert hatte. Dadurch habe sich ein vorübergehender See gebildet, der anschliessend über die Ufer getreten sei.

Tote in China

China meldete drei Tote und 265 Vermisste. Das berichteten chinesische Staatsmedien unter Berufung auf eine erste Erhebung der Behörden vor Ort im Kreis Gyirong im Südwesten Tibets. Die genaue Zahl werde noch ermittelt, hiess es. Die Rettungsmassnahmen liefen weiter, berichteten die Staatsmedien.

Nach Zahlen der nepalesischen Regierung gab es keinen Kontakt mehr zu 391 ausländischen Touristen sowie 93 nepalesischen Reisenden. Zudem seien 44 Angehörige der nepalesischen Armee sowie 31 Polizeibeamte unauffindbar. «Die Fluten zerstörten 19 fahrbare Brücken und 40 Kilometer befahrbare Strasse.» Die nationale Tourismusorganisation Nepal Tourism Board hatte zuvor berichtet, der Grossteil der vermissten Reisenden stamme aus dem Nachbarland Indien. Die Organisation berief sich dabei auf vorläufige Zahlen von Reise- und Trekkingagenturen, die Touren durch die betroffene Region organisieren.

Der nepalesische Regierungschef kündigte den Einsatz der Armee und weiterer Sicherheitskräfte für die Rettungsmassnahmen an.

Vermisste im Südwesten Tibets

Die Schlammlawine habe die Strassen zu dem Grenzübergang sowie die Stromzufuhr und Kommunikationsverbindungen abgeschnitten, berichtete Chinas staatliche Nachrichtenagentur Xinhua. Videoaufnahmen in sozialen Medien und Fotos zeigten, wie die braunen Schlammmassen das Flusstal überspülten.

Chinas Staats- und Parteichef Xi Jinping forderte, die Vermissten mit allen Mitteln zu suchen und Menschen in der Region in Sicherheit zu bringen, wie Xinhua meldete. Zudem mahnte er demnach, das Frühwarnsystem zu stärken. Xi gibt solche Anweisungen in der Regel nur bei besonders schweren Unglücken. Zudem schickte er mit Zhang Guoqing einen ranghohen Kader der Kommunistischen Partei in die betroffene Region, um die Rettungsmassnahmen zu überwachen.

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