Farbige Emotionen wieder über den Ladentisch
Dass er sein Geschäft infolge der Corona-Pandemie schliessen müssen wird, daran habe er nicht geglaubt, sagt Urs Freuler. Als es schliesslich vor sechs Wochen durch behördliche Anordnung doch dazu kam, sei er alleine im Ladenlokal gestanden: «Was jetzt?, habe ich mich gefragt. Es war so leer.»
Freulers Business ist eng mit Emotionen verknüpft. Er betreibt in Davos Dorf ein Blumengeschäft und verkauft auch Wohnaccessoires. Seit über zehn Jahren ist Freuler in Davos tätig, seine Blumen & WohnWerke GmbH beschäftigt je nach Saison bis zu fünf Mitarbeitende. Am Tag der Schliessungsorder habe er nur noch ganz wenige Blumen im Geschäft gehabt, davon habe er dann einige verschenkt und nur eine kleine Menge entsorgen müssen: «Das war aber nicht der Rede wert». Am kommenden Montag wird Freuler punkt 9.30 Uhr den Türschlüssel drehen und seinen Laden wieder öffnen: «Ich muss vorher einfach noch schnell abstauben.» Zum totalen Stillstand kam es in seinem Betrieb in den zurückliegenden Wochen aber nicht.
Das Online-Geschäft lief gut
Man sei geschäftlich schnell aktiv geworden und habe sofort den hauseigenen Online-Shop aktiviert. Das hatte positive Folgen, berichtet Freuler: «Die Leute haben gemerkt, dass wir Blumen liefern können und dann ging es los.»
Plötzlich seien über diesen zuvor nicht besonders rege genutzten Verkaufskanal bis zu 15 Bestellungen täglich eingegangen. Während der Osterwoche habe er bei seinem Lieferanten einmal 600 Tulpen abgeholt und «eine Stunde später wusste ich, dass alle verkauft sind», so Freuler. Die Auftragsabwicklung beim Online-Geschäft sei jedoch auch mit ziemlichen Aufwand verbunden. «Langweilig wurde es mir nicht, im Gegenteil», blickt Freuler auf die vergangenen Wochen zurück.
Freude vor die Haustüre gebracht
Es verhalte sich gewiss so, dass sich die Menschen während des Lockdowns das Leben in den eigenen vier Wänden mit Blumen verschönern wollten, bestätigt Freuler. Seine Kunden hätten darum Angehörigen, die zur Corona-Risikogruppe gehören und deshalb nicht besucht werden können, eine Freude machen wollen. «Da man nicht jeden Tag eine Torte schicken kann, sind es dann eben Blumen», so Freuler.