Fanny Smith kämpft gegen alte Narben und neue Blessuren
Ihre Olympiateilnahmen waren fast immer von Drama begleitet. Und auch bei ihrer fünften Teilnahme kündigt sich für die Skicrosserin Fanny Smith ein spezieller Wettkampf an.
Ihr «Nein» kommt, noch bevor die Frage ganz gestellt ist. Ob sie sich wieder bei 100 Prozent fühle, will der Reporter am Medientreff in Livigno von Fanny Smith wissen. Schliesslich hatte die 33-Jährige zuletzt mit Entzündungen der Rückenmuskulatur zu kämpfen. Sie liess Ende Januar die Weltcuprennen in Val di Fassa aus, um sich im Hinblick auf Olympia zu schonen. Das hat geholfen, aber nur teilweise.
Deshalb: Nein, bei 100 Prozent sei sie noch nicht, sagt Smith. «Aber mit dieser Strecke werden die Rennen auch nicht besonders lang, wenn man sie mit früheren Spielen vergleicht.» Die Athletin hofft, dass ihre Kraft trotz Schmerzen gerade ausreicht, um wieder um eine olympische Medaille kämpfen zu können. «Wenn mein Rücken nicht streikt, sollte es kein grosses Problem sein.»
Es sind keine besonders zuversichtlichen Worte, die die Westschweizerin wählt. Vielleicht setzt sie sie aber auch bewusst ein, um den Druck etwas zu mindern. Schliesslich werden nach dem Drama bei den letzten Spielen in Peking erneut viele Augen auf sie gerichtet sein.
Drama von Peking wirkt nach
Vor vier Jahren jubelte Smith nach einem intensiven Finallauf nur kurz über Bronze. Die Jury kündigte an, eine Szene zu überprüfen, und disqualifizierte die Schweizerin wenige Minuten später wegen «Intentional Contact», also eines absichtlichen Kontakts mit der Deutschen Daniela Maier.
Die Waadtländerin verstand sichtlich die Welt nicht mehr, verschwand aus dem Zielraum und meldete sich erst am Abend in den Sozialen Medien wieder. Es sei «definitiv der schwärzeste Tag» ihrer Karriere, schrieb Smith. Sie sei am Boden zerstört. Und: «Ich kann den Entscheid der Jury nicht akzeptieren.» Swiss-Ski stellte sich hinter die Athletin und legte Rekurs beim Weltverband FIS ein.