Fanny Smith geniesst und blickt zurück
Fanny Smith kann den Gewinn von Olympia-Silber im Skicross noch nicht richtig fassen. Dass sie seit ihrer Kindheit allerhand Widerständen trotzt, erfüllt die 33-jährige Waadtländerin mit Stolz.
«Ich glaube, ich werde noch einen Tag brauchen, um das zu realisieren», sagt Fanny Smith nach ihrer Silberfahrt in Livigno. Die Frage, ob sie sich bewusst sei, was sie gerade erreicht habe, überfordert die amtierende Weltmeisterin in diesem Moment noch.
Vor dem Hotel der Schweizer in Livigno machen sich die Fans und Angehörigen von Fanny Smith lautstark bemerkbar. Nachdem sie ihre Medienverpflichtungen erfüllt hat, nimmt die Waadtländerin ein Glas Champagner entgegen. «Es ist wunderbar, diesen Moment mit der ganzen Familie und den Freunden geniessen zu können», erzählt sie, bevor sie den Sekt probiert. «Da wir uns noch mitten im Hamsterrad befinden, hatte ich bisher überhaupt keine Zeit, durchzuatmen.»
Pionierin und stolz darauf
Sportler schätzen natürlich die bedingungslose Unterstützung ihrer Angehörigen, vor allem, wenn nicht alles nach Plan läuft. «Trotz der Arbeit gibt es Höhen und Tiefen», betont Smith. «Da sind die Angehörigen am wichtigsten. Letztendlich sind sie immer für uns da, und es ist toll, das mit ihnen teilen zu können. Meine Eltern waren bei allen meinen Olympischen Spielen dabei, ausser in Peking. Aber meine Freunde waren noch nie dabei. Deshalb ist das etwas wirklich Wichtiges.»
Eine Pionierin ihres Sports zu sein und mit 33 Jahren eine Medaille zu gewinnen, macht die Westschweizerin emotional. «Wir wissen, dass ich nicht erst seit gestern dabei bin», sagt Smith. «Es sind Jahre, in denen es viel Energie kostet, auf dem Niveau zu bleiben und weiterhin Leistung zu bringen. Ich habe heute alle möglichen Emotionen durchlebt, auch wirklich schwierige Momente im Laufe des Tages. Ich musste tief in mich gehen, um Leistung zu bringen.»