Extra-Arbeitszeit der Zürcher Lehrpersonen kommt wohl vors Volk
Die am Montag von bürgerlicher Seite erneut losgetretene Debatte hat daran nichts geändert: Der Kantonsrat gewährt Lehrpersonen definitiv mehr Zeit für Extra-Arbeiten wie Elterngespräche, Lagerorganisation oder Konfliktgespräche. Das letzte Wort dürfte nun aber das Volk haben.
In der Schlussabstimmung der zweiten Lesung nahm das Parlament die Vorlage knapp mit 90 zu 87 Stimmen an.
Der neue Berufsauftrag wird demnach in vier Punkten verbessert: Die Klassenlehrpersonen werden gestärkt werden, indem deren Stundenpauschale von 100 auf 160 Stunden im Jahr erhöht wird. Um den Bedarf an Lehrpersonen besser zu decken, beschloss der Rat zudem, den minimalen Beschäftigungsgrad von 35 auf 40 Prozent zu erhöhen. Und schliesslich sollen zwei weitere administrative Massnahme entlastend wirken.
Der Schlussabstimmung ging aber eine erneute Debatte über die Arbeitsbedingungen aller Lehrpersonen voraus, denn der Rat unterstütze den Rückkommensantrag von Marc Bourgeois (FDP, Zürich).
Er wolle der Vorlage eine «letzte sichere Chance» geben, sagte Bourgeois. Und beantragte, eine Klassenlehrpauschale von 140 Stunden und einen unveränderten Lektionenfaktor von 58. Damit solle ein «tragfähiger Kompromiss» verabschiedet werden, der für die Hauptbetroffenen finanzpolitisch «gang- und machbar» sei, sagte Bourgeois. Zudem würde diese Variante ein Referendum unwahrscheinlich machen.
Bereits 60 Gemeinden hätten angekündigt, das Referendum zu ergreifen, würde der Antrag nicht durchkommen, sagte Stefan Schmid, (SVP, Niederglatt).
Den Sorgen der Gemeinden werde keine Beachtung geschenkt, sagte Jörg Kündig (FDP, Gossau). Die SVP werde ein Referendum unterstützen, sagte Rochus Burtscher (SVP, Dietikon). Er bezeichnete den Antrag der FDP, welchen auch die Mitte unterstützte, «einen tragfähigen Kompromiss», auch wenn er erst später gekommen sei. Denn er verhindere massive Mehrkosten für die Gemeinden.