Exil-Russen in der Schweiz warnen vor Kreml-Propaganda
Der Verein Russland der Zukunft – Schweiz warnt, dass der Kreml das Gedenken an die Opfer des Zweiten Weltkrieges für Propaganda missbraucht. Betroffen seien die Freitag und Samstag in Genf und Basel stattfindenden Kundgebungen des sogenannten Unsterblichen Regiments.
Der von Exil-Russinnen und -Russen in der Schweiz gegründete Verein weist in einer Mitteilung darauf hin, «dass diese Aktion mittlerweile vollständig vom Kreml vereinnahmt wurde». Was einst als zivilgesellschaftliche Initiative für das familiäre Gedenken begonnen habe, diene heute als «Instrument der hybriden Einflussnahme, um die russische Aggression gegen die Ukraine zu legitimieren».
So würden an den Kundgebungen für das «Unsterbliche Regiment» Teilnehmende häufig Symbole wie das Georgsband nutzen, die unmittelbar mit den Kriegsverbrechen in der Ukraine und der russischen Staatsideologie verknüpft seien.
Militaristisch geprägte Kundgebungen direkt neben dem «Broken Chair» in Genf, einem Symbol für die Opfer von Kriegsgewalt, seien zudem ein Affront gegen die humanitären Werte der Schweiz.
Der Kreml in Moskau nutze diese Veranstaltungen, um das Bild einer geschlossenen Unterstützung des Krieges unter den in der Schweiz lebenden Russen vorzugaukeln, warnt Russland der Zukunft – Schweiz. Dies entspreche nicht der Realität und sei eine Instrumentalisierung der Diaspora, der russischen Exil-Gemeinde.
Russland soll Krieg in der Ukraine beenden
Mit Nachdruck weist der Verein auf folgendes hin: «Wir sind Russinnen und Russen in der Schweiz, deren Vorfahren ebenfalls gegen den Faschismus gekämpft haben. Wir sind überzeugt: Das würdigste Gedenken an ihr Opfer ist heute die Forderung nach einem sofortigen Ende des Krieges sowie die Achtung des menschlichen Lebens, der Unabhängigkeit der Staaten und der Menschenrechte.»
Jedes Jahr am 9. Mai wird in Moskau der Tag des Sieges über Nazi-Deutschland gefeiert. In der Nacht vom 8. auf den 9. Mai (nach Moskauer Zeit am 9.) 1945 unterzeichneten die deutschen Vertreter in der sowjetischen Kommandantur in Berlin-Karlshorst die bedingungslose Kapitulation.