Europäische Geiseln aus Niger sollen freigelassen werden
Mehr als anderthalb Jahre nach ihrer Entführung im Niger sollen zwei Europäerinnen nach Angaben aus Libyen freigelassen worden sein. Die Österreicherin und die Schweizerin seien an den Flughafen in der ostlibyschen Stadt Bengasi gebracht worden, bestätigten Kreise der Medienabteilung der sogenannten Libyschen Nationalarmee (LNA) der dpa.
Es gebe ermutigende Informationen, was das Schicksal der im Januar 2025 entführten Österreicherin angehe, hiess es aus dem österreichischen Aussenministerium. Der komplexe Prozess der Freilassung und Übergabe sei jedoch noch nicht positiv abgeschlossen.
Die Freilassung sei durch das Eingreifen von Saddam Haftar, dem stellvertretenden Oberbefehlshaber der LNA, ermöglicht worden, hiess es aus Libyen. Er habe auf Bitten der Familien der beiden Frauen gehandelt. Libysche Spezialeinheiten hätten ihren Transport nach Libyen abgesichert.
Weitere Einzelheiten zu den Umständen der Freilassung wurden zunächst nicht bekannt.
Frauen lebten seit Jahren im Niger
Die Österreicherin war im Januar 2025 aus ihrem Haus in der nigrischen Wüstenstadt Agadez verschleppt worden, die Schweizerin im April 2025 ebenfalls aus ihrem dortigen Zuhause. Beide Frauen hatten seit vielen Jahren in dem westafrikanischen Land gelebt und sich unter anderem in Bildungs- und Entwicklungsprojekten engagiert. Agadez liegt nordöstlich der Hauptstadt Niamey und galt trotz der Konflikte in der Region lange als sicher.
Sicherheitskreisen zufolge sollen Mittelsmänner die Frauen entführt und anschliessend im benachbarten Mali an Dschihadisten der Terrormiliz Islamischer Staat (IS) in der Sahelzone übergeben haben.