«Es ist eins vor zwölf, wir haben keine Zeit mehr»
In den letzten Wochen ist ein Thema im Fokus gestanden, das Coronavirus und seine Auswirkungen. Ein Thema, welches vor der Coronakrise für Aufmerksamkeit sorgte, war die Klimasituation. Vermehrt wurde von Streiks und Protesten berichtet. Vor allem die #fridaysforfuture Bewegung war präsent. Nun könnte man meinen, dass die Klimakrise von der Coronakrise eingeholt wurde.
Dies ist jedoch nach den Ansichten von Madleina Kuanz, Mitglied und Mitorganisatorin Klimastreik Graubünden, nicht der Fall. Denn genau jetzt sei ein guter Zeitpunkt, sich mit der Klimasituation auseinanderzusetzen. «Die Menschen merken jetzt, dass Bund, Politik und Gesellschaft in der Lage sind, bei Krisen schnell zu handeln.»
Genau diese Verhaltensweisen seien in Bezug auf die Klimakrise auch gefragt. Generell sei die Coronakrise als Chance für die Klimabewegung anzusehen. «Die Menschen haben jetzt gemerkt, dass sie im Ernstfall auf vieles verzichten können wie Besuche in Restaurants oder soziale Kontakte. Bei der Klimakrise muss eben auch auf einiges verzichtet werden, um vieles zu verbessern», so Kuanz.
Streiktag trotz Corona
Es sei wichtig, dass die Klimakrise nicht vergessen wird, da sie viel schlimmere Folgen hat als die Coronakrise, stellt Kuanz fest. Darum werde auch nicht komplett auf den heutigen Klimastreik verzichtet. Trotz des Versammlungsverbotes will der Verein Klimastreik Graubünden möglichst viele Personen auf das Thema aufmerksam machen. «Wir haben uns alternative Aktionen überlegt, die alle Vorsichtsmassnahmen einhalten», erklärt Kuanz.
Schliesslich seien die Mitglieder von Klimastreik Graubünden auf die Idee gekommen, Plakate und Steine zu bemalen und diese an verschiedenen Orten in Chur wie der Fürstenwald und der nahe liegenden Umgebung zu verteilen. So würden Personen, die an diesen Orten spazieren gehen auf das Thema aufmerksam.» Wer mitmachen will, könne dies selbstständig tun. Unter anderem gebe es als Unterstützung eine Karte, mit «Klimastein-Hotspots.» Sprich, an diesen Orten dürften die bemalten Werke offiziell angebracht werden.