Es hätte so schön sein können…
So gibt es am einen oder anderen Stammtisch auf einmal zahlreiche «Verkehrsexperten» – meine Wenigkeit «selbstverständlich» inkludiert. Darum sollen nachfolgende Zeilen auch nicht als sakrosankte Wahrheit, sondern als subjektiver Denkanstoss gesehen werden.
Der Titel dieses Kommentars sagt es schon: Es hätte so schön sein können – nämlich die Verkehrssituation während der Promenadensanierung. Besonders, als das erste Teilstück zwischen Tobelmühle- und Guggerbachstrasse bereits fertig war, kam man in den Genuss einer verkehrsberuhigten Hauptstrasse. Das Beste daran: Man merkte erstmals, wie grosszügig eigentlich unsere Trottoirs sind. Ohne Seitenparkplätze liess es sich beinahe luxuriös flanieren.
Doch vor wenigen Wochen änderte sich dies. Kaum war die Strasse wieder geöffnet, wurde entlang des Hotels Europe fleissig parkiert. Die sodann folgenden Bodenmarkierungen geboten immerhin dem Kreuz-und-quer-Hinstellen der Fahrzeuge Einhalt. Was aus meiner Sicht nicht hätte sein müssen, sind die blauen Täfelchen, die dem geneigten Automobilisten anzeigen, dass er auch wirklich auf einem Parkplatz steht. Ab und an wird ein solches Täfelchen aber übersehen, und so verwandeln sich die Installationen in verbogene Metallstangen, die noch krummer als eine Villiger Original daherkommen.
Doch zurück zum Trottoir. Eine Aufhebung der Seitenparkplätze wäre aus meiner Sicht absolut gerechtfertigt und machbar gewesen. Denn das neue Parkhaus Arkaden bietet rund 100 öffentliche Parkplätze. Auf dem ehemaligen Arkaden-Parkplatz waren es insgesamt 57 (inklusive vermietete Parkfelder). Obschon auch Parkplätze entlang der Schulstrasse wegfielen, wurde somit die Parkplatz-Kapazität im Ortszentrum erhöht. Eine Streichung oder zumindest eine Reduktion der Seitenparkplätze entlang der Häuser Promenade 55 (Handelshof), 63 (Europe) und 69 (ex. Bonita/Bucherer) wäre somit absolut gerechtfertigt. Ein Auge zudrücken könnte man aus meiner Sicht für Güterumschlag, Personen-Ein-und-Ausland sowie für Handwerker und Blaulichtorganisationen. Für den «normalen» Kunden sollte es aber machbar sein, sein Auto im neuen Parkhaus abzustellen und einige Meter vom Arkadenparkplatz aus zu Fuss zu gehen.
Diese Forderung ist auch nicht als Kritik an die Gemeinde gerichtet. Denn hätte diese die Parkplätze aufgehoben, wäre wahrscheinlich ein Sturm der Entrüstung hereingebrochen. Man erinnere sich an die Einführung des Velo-Beidrichtungsverkehrs. Bereits die Streichung von ein paar Seitenparkplätzen liess die Wogen bei Ladenbesitzern hochgehen. Es ist daher verständlich, will man sich im Rathaus eine solche Reklamationswelle vom Hals halten.
Glücklicherweise wird ja derzeit ein Gesamtverkehrskonzept für Davos erarbeitet. Es ist zu hoffen, dass mit einem «grossen Wurf» auch noch viele andere Probleme gelöst werden können. Denn die Promenade hat es nicht verdient, als Durchgangsachse und Parkplatzfläche missbraucht zu werden.
Andri Dürst, Redaktor DZ
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