Erzkonservative Piusbruderschaft weiht im Wallis vier neue Bischöfe
Die erzkatholische Priesterbruderschaft St. Pius X. hat am Mittwoch in Ecône im Wallis vier neue Bischöfe geweiht. Die Ernennungen erfolgten ohne Zustimmung des Vatikans und verschärfen den Konflikt mit Rom.
An der mehr als vierstündigen Zeremonie nahmen nach Angaben der Bruderschaft rund 15'000 Gläubige teil, die eigens nach Ecône in der Gemeinde Riddes gereist waren. Zu Bischöfen geweiht wurden der Schweizer Pascal Schreiber, der US-Amerikaner Michael Goldade sowie die Franzosen Michel Poinsinet de Sivry und Marc Hanappier.
Nach katholischem Kirchenrecht bedarf jede Bischofsweihe eines päpstlichen Mandats. Wer einen Bischof ohne Zustimmung des Papstes weiht oder sich weihen lässt, begeht einen schweren Akt des Ungehorsams gegenüber dem Kirchenoberhaupt und begibt sich nach Auffassung des Vatikans in eine schismatische Situation.
«Wir erleben diese Weihe mit Freude und Hoffnung, nicht mit Polemik oder Ressentiments», sagte der Generalobere der Priesterbruderschaft St. Pius X., Davide Pagliarini. «Wir müssen bereit sein, jeden Preis zu bezahlen, um der Kirche zu dienen.»
«Frage des Überlebens»
Pagliarini hatte in den vergangenen Monaten wiederholt betont, die Weihen dienten nicht dem Aufbau einer Parallelhierarchie innerhalb der Kirche. Ziel sei vielmehr, die Spendung der Weihe- und Firmungssakramente sowie weiterer bischöflicher Handlungen nach dem traditionellen Ritus der römischen Kirche sicherzustellen.
Die Weihen seien ein Ereignis, gegenüber dem niemand gleichgültig bleiben könne, sagte Pagliarini am Mittwoch. Die Bruderschaft greife zu aussergewöhnlichen, aber verhältnismässigen Mitteln, um den überlieferten Glauben weiterzugeben.
Die Priesterbruderschaft begründete ihr Vorgehen mit einem kurzfristigen Bedarf für das «Überleben der Tradition». Vor den Weihen verfügte die Gemeinschaft nur noch über zwei Bischöfe.