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Schweiz & Welt

Viel Wind und Wellen – wenige Fische

Davoser Zeitung
18.07.2023, 17:00 Uhr
11.05.2026, 12:16 Uhr

Der Wecker klingelte gefühlt mitten in der Nacht. Warum, was? Ah ja – mit einem Mal bin ich hellwach. Heute ist ja das Preisfischen Flüelasee des Fischereivereins Davos. Eigentlich sind es ja zwei Seen, der Schwarzsee (der kleinere) und der Schottensee (der grössere). In beiden kommen (dank aktivem Besatz) Fische vor, im Schwarzsee vor allem Regenbogenforellen, im Schottensee sind es Bachforellen und Namaycush (Kanadischer Seesaibling). Auf Letztere hoffen wohl die meisten Fischer heute, denn diese sollen schon mal einen knappen Meter gross werden, und heute zählt das Gewicht der (natürlich streng gemäss den kantonalen Vorschriften) gefangenen und ausgenommenen Fische.

Also auf ins Abenteuer! Oben angekommen, empfängt mich ein eiskalter Wind. Zum Glück habe ich meine Winterjacke eingepackt. Im Halbdunkel des beginnenden Tages mache ich sehr viele Fischer aus – genau genommen waren es 29 Personen. Wo bleibt denn da noch Platz für mich? Die meisten setzen ihren Bammel oder ihre Bienenmade auf Grund und wärmen sich äusserlich am Feuer und innerlich bei mitgebrachtem «Lutz». Ich werfe meinen Wobbler Richtung See – immer wieder. Kein Zupf. Langsam arbeite ich mich um den See herum, frage nach dem bisherigen Erfolg. Wenig. Fabian, der spätere Gewinner, meint, es hätten nur ein paar Springer kurz den Bammel zerrissen. Ich lasse mich aufklären, dass Springer weniger als das Minimum messende Namaycush sind. Kurz darauf hängt so einer an meinem Wobbler, kaum grösser als der Köder. Vorsichtig löse ich den Einzel-Schonhaken aus dem Maul des Tieres, ohne es mit meinen Händen zu berühren. Bye-bye, wachse noch ein wenig. So Ritscha will (die sagenumworbene Wassernymphe aus dem Engadin), sehen wir uns wieder.

Plötzlich höre ich laute Rufe und Gejohle – da hat offensichtlich jemand einen Fisch gefangen. Wer das wohl sein wird? Ich setze meine Runde um den See fort, tappe vorsichtig über die riesige Lawine, die im Winter das Eis des Sees durchbrochen hat, und langsam erreichen mich die ersten Gerüchte. Um 12 Uhr wird es dann offiziell – die Fische werden gewogen, und es zeichnet sich ein Start-Ziel-Sieg von Fabian Meisser ab. Er hat 4 der insgesamt 15 gefangenen Fische erwischt, und mit 1.8 Kilogramm fast die Hälfte der insgesamt 4.3 Kilogramm wiegenden Fänge erbeutet.

Danach geht es ins Restaurant Allod zum gemütlichen Mittagessen. Auch der Zielwurf stand an – eine separate Disziplin, bei der Geschick, eine ruhige Hand und jede Menge Erfahrung notwendig sind. Es gilt, aus unterschiedlichen Distanzen ein Fünf-Gramm-Blei möglichst in die Mitte der drei Kreise zu werfen. Ueli Ruch macht das am besten und erreicht 34 der möglichen 50 Punkte. Seit langem haben wir dieses Jahr wieder mal drei Junioren unter den Teilnehmern, und mit Ursina Wendler seit noch längerem wieder mal eine Frau. Und die lässt sich in dieser Männerwelt nicht unterkriegen und erreichte mit zwei gefangenen Fischen den vierten Gesamtrang, war beste Teilnehmerin der Junioren und beste Frau. Seht sie euch an – so strahlend sieht eine Siegerin aus. «Bütscha la Ritscha!»

Rangliste Einzel

1. Fabian Meisser; 2. Andrea Koch; 3. Ueli Ruch; 4. Ursina Wendler; 5. Mario Berther; 6. Ramona Seiss; 7. Michael König (die restlichen Fischer gingen leer aus).

Rangliste Gruppen

1. Thymallus (Thomas Meisser und Fabian Meisser); 2. Glöggli (Ramona Seiss und Andrea Koch); 3. Oldies (Hans Adank und Ueli Ruch); 4. Weiss i nit (Markus Wendler und Ursina Wendler); 5. Di Briden (Michael König und Sandro Fischer).

Rangliste Zielwurf

1. Ueli Ruch; 2. Luis Berther; 3. Markus Grassl.

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