Wenn die Erde bebt
Es ist noch keine 10 Monate her, dass zwei Erbeben mit einer Magnitude von 7,8 und 7,5 die Gegend an der türkischen und syrischen Grenze erschütterten. Gut 52 000 Menschen starben, mehr als 125 000 Personen wurden verletzt. Doch auch die Schäden an der Infrastruktur sind enorm. Neben einem teilweisen Zusammenbruch der Wasser-, Abwasser und Energieversorgung stürzten gemäss den türkischen Behörden etwa 230 000 Gebäude ein oder mussten aufgrund der Schäden notfallmässig abgerissen werden. Rund 520 000 Wohnungen gingen auf diese Weise verloren. Sema Miller befand sich am 6. Februar gerade in ihrer Heimatstadt Adana, wo das Erdbeben zwar noch spürbar war, aber nur relativ geringe Schäden verursachte. «Zehn Gebäude stürzten ein, weitere 50 bis 60 sind einsturzgefährdet», erzählt sie. Doch das habe an ihrer ungenügenden Bauweise gelegen, urteilt die Architektin. «Einige Bauunternehmer sitzen deswegen inzwischen im Gefängnis.»
Für Unterbringung sorgen
Anders sah die Situation im 200 Kilometer entfernten Hatay aus, das vom Erdbeben speziell hart getroffen worden war. «Die Leute brauchen dringend Unterkunft.» Das war Miller sofort klar, und sie kontaktierte einen befreundeten Bauunternehmer, um sich nach dem Preis eines Wohncontainers zu erkundigen. 5000 Franken inklusive Lieferung sollte so einer kosten. Also wandte sich Miller, Mitglied bei den BPW (Business and Professional Women) Davos Klosters an den Club in Adana und weiter an BPW International. Inzwischen war auch Rotary International tätig geworden und hatte seine Kanäle aktiviert. Die BPW beschlossen, sich diesen anzuschliessen. «Es ging uns darum, dass die Spenden möglichst effizient und ohne Umwege bei den Bedürftigen ankommen», erklärt Miller das Vorgehen.