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Schweiz & Welt

Das Kraftwerk an der Plessur soll Strom für 40'000 Menschen liefern

Olivier Berger
06.07.2023, 17:31 Uhr
11.05.2026, 12:16 Uhr

Es hatte sich schon im Winter abgezeichnet: Das Projekt für ein Wasserkraftwerk an der Plessur zwischen Litzirüti und Lüen wird aus der Schublade geholt (Ausgabe vom 18. Februar). Jetzt ist die Wiederaufnahme der Idee beschlossene Sache. Das Projektkonsortium Wasserkraft Plessur will das Kraftwerk Pradapunt bis frühestens im Jahr 2030 realisieren. Das schreibt das Konsortium in einer Mitteilung von Donnerstag.

Zu stehen käme das Werk Pradapunt zwischen den bestehenden Kraftwerken in Litzirüti und Lüen. Es würde damit die Gefällestrecke zwischen den beiden Werken ausnutzen, wie es in der Mitteilung heisst. Produzieren soll Pradapunt dereinst 42 Gigawattstunden Strom – genug für 10'000 durchschnittliche Vierpersonenhaushalte. 

Nie beim Kanton Graubünden eingereicht

Hinter den Kraftwerksplänen an der Plessur standen ursprünglich die Gemeindekorporation Kraftwerk Lüen, die Gemeinde Arosa, die IBC Energie Wasser Chur und der Energiekonzern Axpo. Sie hatten im Jahr 2014 das Konsortium Wasserkraft Plessur gegründet und zwei Jahre lang zwei Konzessionsgesuche ausgearbeitet. Im September 2016 stimmte die Aroser Bevölkerung der Konzession zu. Mittlerweile besteht das Konsortium aus Arosa Energie, Axpo und IBC.

Seit dem Entscheid der Aroser Bevölkerung im Jahr 2016 allerdings liegt Pradapunt auf Eis. Wegen der jahrelang tiefen Strompreise erschien der Neubau wirtschaftlich wenig interessant. Bis heute haben die Beteiligten deshalb darauf verzichtet, die notwendigen Konzessionsgenehmigungsgesuche beim Kanton einzureichen.

Gesuch soll bereits 2024 an die Gemeinde Arosa gehen

Das soll sich nun ändern, wie es in der Mitteilung heisst. Bereits im kommenden Jahr soll das überarbeitete Konzessionsgesuch bei der Gemeinde Arosa eingereicht werden. Im Jahr 2027 will das Konsortium – nach Abschluss des aufwendigen Genehmigungsverfahrens – über den Bau des Werks und die dafür nötigen Investitionen entscheiden. Das Konsortium rechnet damit, dass der Bau des Werks Pradapunt rund drei Jahre dauern wird.

Dass das Projekt nun definitiv wieder aus der Schublade geholt wird, begründet das Konsortium mit den «verbesserten gesetzlichen Rahmenbedingungen», welche im vergangenen Jahr beschlossen worden seien.

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