Energie gespart, Nerven geschont, Pflicht erfüllt
Gastgeber Italien wird für die Schweiz nicht zum Stolperstein. Mit einem 3:0-Sieg erspielt sich das Team von Patrick Fischer im Viertelfinal gegen Finnland die Chance auf einen historischen Sieg.
Ein 11:0 wie wie es die Finnen zum Abschluss der Vorrunde gegen Italien aufs Eis gezaubert haben, wurde es nicht. Dennoch darf der Schweizer Auftritt im Achtelfinal gegen den klaren Underdog als souverän bezeichnet werden. «Wir haben alles im Griff gehabt und auch nicht unsere Nerven strapaziert», sagte Nationaltrainer Patrick Fischer.
Dazu trug auch das frühere 1:0 durch Philipp Kurashev nach nur 79 Sekunden bei. Und obwohl die Schweizer nach dem 2:0 von Roman Josi (11.) in regelmässigen Abständen beste Chancen ausliessen und wiederholt am einmal mehr stark aufspielenden italienischen Goalie Damian Clara scheiterten, gerieten sie nie ins Zittern.
So war der Pflichtsieg letztlich kein Kantersieg, sondern einfach eine kontrollierte Angelegenheit. Das sah auch Fischer so: «Das Wichtigste heute war der Sieg und dass wir nicht zu viel Energie verpufft haben.»
Bis zum Viertelfinal am Mittwochabend (18.10 Uhr) bleiben den Schweizern etwas mehr als 27 Stunden zur Regeneration und zur Vorbereitung auf den nächsten Gegner. Die Finnen werden deutlich ausgeruhter antreten. Sie genossen nach der Vorrunde drei spielfreie Tage, haben im Gegensatz zu den Schweizern aber noch nie in der kleineren der beiden Olympia-Arenen auf dem Mailänder Messegelände gespielt.
Die hohe Hürde Viertelfinal
Doch das alles soll kein Faktor sein, wenn sich den Schweizern am Mittwoch die Chance bietet, Geschichte zu schreiben. Im Gegensatz zu den Frauen haben die Männer an einem olympischen Turnier bislang noch nie ein Viertelfinalspiel gewonnen – auch nicht beim Bronze-Gewinn 1928 und 1948 in St. Moritz. Damals wurden die Medaillen in einer Finalrunde mit vier Teams (1928) beziehungsweise in einer Neunergruppe im Modus «jeder gegen jeden» (1948) vergeben.