Empörung über mutmasslichen Siedlerangriff auf US-Fotografin
Führende israelische Oppositionspolitiker haben einen mutmasslichen Siedlerangriff auf eine US-Fotografin im besetzten Westjordanland scharf verurteilt. Der Vorsitzende der linksliberalen Demokraten, Jair Golan, schrieb bei X, Heidi Levine von der «Washington Post» habe ihm bei einem Besuch von den «Momenten des Schreckens» berichtet. «Von der furchtbaren Angst, möglicherweise nicht lebend davonzukommen. Von den Schlägen, dem Blut und davon, wie die Angreifer sie verletzt am Boden zurückliessen.»
Nach Angaben der «Washington Post» griffen Dutzende maskierte israelische Siedler am Freitag palästinensische Dorfbewohner an, die Oliven geerntet hätten. Sie hätten nahe der Ortschaft Abu Falah Olivenhaine in Brand gesetzt und Steine geworfen.
Levine trug nach Angaben der Zeitung eine Schutzweste, auf deren Vorder- und Rückseite deutlich «PRESS» zu lesen war. Sie sei von den Tätern zu Boden gestossen und wiederholt getreten worden. Levine habe Schnittwunden am ganzen Körper erlitten. Eine Rippe und vier Wirbel seien gebrochen. Ein Finger sei so aufgerissen worden, dass der Knochen freigelegen habe.
Warnungen vor jüdischem Terror
Golan schrieb dazu: «Eine 65 Jahre alte Frau, konfrontiert mit einer Gruppe hasserfüllter jüdischer Randalierer.» Es breche ihm das Herz. «Und es bringt mein Blut zum Kochen.» Der ehemalige Vize-Generalstabschef warnte vor den Gefahren des «jüdischen Terrorismus» und kündigte an, nach einem Sieg der Opposition bei der Parlamentswahl am 27. Oktober werde man die Sicherheit wiederherstellen.
Auch der Hauptrivale des israelischen Ministerpräsidenten Benjamin Netanjahu bei der Wahl, Ex-Militärchef Gadi Eisenkot, hatte den Angriff klar verurteilt und harte Schritte gegen die Täter gefordert.