Emotionale und politische Themen im neuen Haus
Erstmals nach der Auswärtssession vom Juni in Pontresina tagt der Grosse Rat von Mittwoch bis Freitag wieder in Chur. Die Augustsession ist die erste im umgebauten Grossratsgebäude. Wir haben mit Kantonsbaumeister Markus Dünner einen Rundgang im zwischen 1861 und 1863 errichteten Bau gemacht und zeigen Euch am Donnerstagmorgen an dieser Stelle, was neu ist.
Die Augustsession des Bündner Parlaments ist die letzte vor den eidgenössischen Wahlen vom 20. Oktober. Dies dürfte zumindest indirekt Einfluss auf die Debatten haben. Ist doch davon auszugehen, dass sich einige Kandidatinnen und Kandidaten in Szene setzen.
Darüber wird diskutiert
Politisch wird in den zweieinhalb Tagen der neue Standespräsident gewählt. Turnusgemäss steht der Alessandro Della Vedova (CVP, Poschiavo) als Nachfolger von Tina Gartmann-Albin (SP, Chur) zur Wahl. Mit seiner Wahl würde der 48-Jährige für ein Jahr zum höchsten Bündner. Als Stellvertreter schlägt die FDP Martin Wieland aus Tamins vor.
Weiter beginnt am Mittwochnachmittag die Debatte über den Erlass übergeordneter politischer Ziele und Leitsätze für die Planungsperiode 2021 bis 2024 des Regierungsprogramms und Finanzplans.
Am Donnerstag geht es um die Teilrevision des Steuergesetzes für den Kanton Graubünden. Reduziert der Grosse Rat bei der anstehenden Teilrevision des Bündner Steuergesetzes den Gewinnsteuersatz um 1,5 auf neu vier Prozent, verlieren die Gemeinden 25,4 Prozent ihrer heutigen Einnahmen aus der Gewinnsteuer. Gemessen an den Gesamteinnahmen der Gemeinden aus den Gewinn- und Kapitalsteuern von Firmen hätte das höchst unterschiedliche Auswirkungen. So würden die Gemeinden zwischen 6,6 und 24,2 Prozent ihrer heutigen Einnahmen aus den Steuern für juristische Personen einbüssen. Konkret bringt die Steuervorlage den Gemeinden Ausfälle zwischen 3,5 Millionen und 237 Franken.