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Schweiz & Welt

Eltern in Mollis sorgen sich

Paul Hösli
14.02.2019, 04:30 Uhr
11.05.2026, 12:16 Uhr

Schon Ende November verhielt sich in Mollis ein Mann auffällig. Er hat Kinder auf dem Schulweg und in der Nähe des Kindergartens fotografiert. Die Glarner Polizei sprach den Verdächtigen daraufhin auf sein Verhalten an. Straffällig sei er aber nicht geworden, sagte Polizei-Mediensprecher Daniel Menzi damals.

Offensichtlich hat das Gespräch nicht gefruchtet, wie am Mittwoch ein besorgter Molliser der «Südostschweiz» meldete. «Der Mann wurde am Dienstagmorgen gesehen, wie er aus einem Gebüsch heraus Kinder beobachtete. Dabei hatte er sein Hemd aufgeknöpft, er stand beinahe oben ohne da», so der Vater eines Sohnes.

Der Mann wohne in der Nähe des Kindergartens, und er sei am selben Ort gestanden wie schon Ende November. «Wir Eltern sind uns sicher, dass es die gleiche Person wie damals ist», sagt der Vater. Auch wenn der Mann seines Wissens bisher noch nie ein Kind angesprochen habe, «beschleicht uns dennoch ein mulmiges Gefühl».

Eine blöde Situation

Er sei beunruhigt, sagt der Vater: «Es ist schlichtweg eine blöde Situation. Solange nichts passiert, sind der Polizei und auch uns die Hände gebunden.» Man spüre aber in Mollis, dass die Eltern nervöser würden. «Die Mütter und Väter warten näher beim Schulhaus, wenn sie ihre Kinder nach Schulschluss abholen», ist dem Vater aufgefallen. «Und allgemein sind die Eltern aufmerksamer.»

Das Einzige, was er und seine Frau machen könnten, sei, mit ihrem Sohn darüber zu sprechen. Was bei einem Kindergärtler aber nicht so einfach sei. «Und wir begleiten ihn jeweils zum Kindergarten und sagen ihm, dass er sich nicht von Fremden ansprechen lassen solle. Viel mehr können wir nicht machen, da er noch zu jung ist, um die Zusammenhänge zu verstehen», erklärt der Familienvater.

Die Polizei war vor Ort

«Uns wurde am Mittwoch gegen 10 Uhr gemeldet, dass ein Mann mit einem Fotoapparat in der Nähe des Kindergartens Mollis stehe», bestätigt Kurt Baumgartner, Mediensprecher der Kantonspolizei Glarus. Eine ausgerückte Patrouille habe vor Ort keine Person ausmachen und demnach niemanden kontrollieren können. «Kinder waren zu diesem Zeitpunkt auch keine zugegen.»

Laut Baumgartner sei es absolut in Ordnung, die Polizei zu kontaktieren, wenn jemandem suspekte Personen oder deren Verhalten auffielen. «Lieber einmal zu viel als einmal zu wenig anrufen.» Zur Beruhigung: Die Polizei patrouilliere so oder so bei Schulhäusern oder öffentlichen Anlagen, «denn diese sind für uns aus diversen Gründen Hotspots», erklärt Kurt Baumgartner.

 

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