Das Deutschland-Trauma ist überwunden – die Schweiz spielt um eine WM-Medaille
Das Spiel
Die grosse Frage vor dem Spiel lautet: Wie steht es um die Nerven der Schweizer, die als Favorit in die Partie gehen? Schliesslich haben sie die letzten drei K.-o.-Spiele gegen Deutschland allesamt verloren. Das Team von Nationaltrainer Patrick Fischer beantwortet die Frage schnell und ohne Zweifel. Denn die Schweiz ist auf den Punkt bereit und zeigt keine Spur von Nervosität. Eine erste Powerplaygelegenheit lässt sie zwar aus, doch als Deutschland das erste Mal in Überzahl spielen kann, kommt es zum Optimalfall: Christoph Bertschy erwischt bei einem Entlastungsangriff NHL-Goalie Philipp Grubauer in der nahen Ecke und bringt die Schweiz in Führung (8.).
Diese verleiht zusätzlich Sicherheit. Die Schweizer haben die Partie in Griff. Sie sind enorm aufsässig, machen die Räume zu, attackieren den puckführenden Spieler konsequent und lassen den Gegner nicht in die gefährliche Zone. Und vorne bringt ein druckvoller Shift der Paradeformation das 2:0, erzielt von Nico Hischier (17.).
Die Schweiz kontrolliert das Geschehen auch nach der ersten Pause – und kommt kurz vor Spielhälfte beinahe zum 3:0. Grubauer wehrt gegen Gaëtan Haas stark ab. Kurz darauf kommt Andrea Glauser nach seinem Check gegen John Peterka mit einer Zweiminutenstrafe gut weg. Die Deutschen brauchen in Überzahl aber nur vier Sekunden, um durch Dominik Kahun das Anschlusstor zu erzielen (32.).
Jetzt ist auch Deutschland in der Partie. Fortan ist es ein Duell auf Augenhöhe – oder viel mehr ein Abnützungskampf auf Augenhöhe. Beide Teams sind physisch mit aller Konsequenz am Werk. Und auch die Konzentration bleibt auf beiden Seiten hoch. Deutschland versucht alles, um zum Ausgleich zu kommen, doch die Schweizer machen vor dem eigenen Tor dicht. Und auch mit Weitschüssen kommen die Deutschen kaum durch. So verteidigt die Schweiz die knappe Führung – mit risikolosem aber taktisch reifem Spiel. Als der Gegner alles auf eine Karte setzt und Grubauer auf die Bank holt, trifft Bertschy 58 Sekunden vor der Schlusssirene zum 3:1 ins leere Tor.