Einst ein Künstlersujet, heute ein Sanierungsfall
Die Gemeinde Rongellen beteiligt sich mit 50'000 Franken an den Projektierungskosten für die Sanierung der historischen Strasse im Verlorna Loch in der Viamala. Den entsprechenden Kredit hat die Gemeindeversammlung letzten Freitag genehmigt, wie Gemeindepräsident Mauro Hemmi bestätigt. Laut Hemmi muss sich auch die Nachbargemeinde Thusis mit einem gleich hohen Betrag an der Startphase der Sanierung beteiligen. Diese ist angesichts des 2023 bevorstehenden 200-Jahr-Jubiläums des Comercialstrassenbaus durch die Viamala geplant. Der einst bedeutende, heute zum Bundesinventar der historischen Verkehrswege der Schweiz zählende Wegabschnitt im Verlorna Loch zwischen Thusis und Rongellen zerfällt seit Jahren, stellenweise rutscht das Trassee in die Schlucht ab. Die Strasse dient mittlerweile nur noch als Wanderweg und Velowanderroute und ist winters aus Sicherheitsgründen gesperrt.
Die bekannte Passage mit dem Tunnel und den steil abfallenden Felswänden gehört zum spektakulären alten Transitweg durch die Schlucht und wurde in früheren Jahrhunderten von verschiedenen Künstlern in Gemälden und Zeichnungen festgehalten, unter ihnen Johann Ludwig Bleuler (1792–1850) und Johann Jakob Meyer (1787–1858). Als dieser in den 1820er-Jahren die Viamala passierte, war die Strasse im Verlorenen Loch eben neu gebaut und in bestem Zustand.