Eine Superkolonie invasiver Ameisen breitet sich im Thurgau aus
Eine invasive Ameisenart namens Tapinoma magnum hat sich in Kreuzlingen TG auf einem Gebiet in der Grösse von etwa fünf Fussballfeldern ausgebreitet. Nun sollen sämtliche Nester eliminiert werden.
Japankäfer, Tigermücke, Asiatische Hornisse, Buchbaumzünsler, Kirschessigfliege – alles invasive Insekten, die in den letzten Jahren in der Schweiz bekämpft werden mussten. Und nun auch noch Ameisen?
In Kreuzlingen startet in diesen Tagen eine grossangelegte Aktion gegen die Grosse Drüsenameise (Tapinoma magnum). Geschätzte Kosten: 200'000 Franken im laufenden Jahr. Entdeckt wurde eine Superkolonie dieser Ameisenart. Sie habe sich auf einer Fläche von 36'500 Quadratmetern ausgebreitet, teilte die Stadt Kreuzlingen mit. Dies entspreche einer Fläche von fünf Fussballfeldern.
Betroffen sind das Gelände einer ehemaligen Gärtnerei, ein Sportplatz sowie angrenzende Ein- und Mehrfamilienhäuser. Aktuell haben sich die Ameisen wegen der kühleren Temperaturen tiefer in den Boden zurückgezogen. Deshalb laufen jetzt die Vorbereitungen für die Vernichtungsaktion an. Ziel ist es, alle Nester samt den Königinnen zu eliminieren.
Schwierig zu bekämpfen
Damit beauftragt wurde eine professionelle Schädlingsbekämpfungsfirma. Diese Ameisen seien intelligent, der Einsatz etwa von Gelködern wie bei einheimischen Arten reiche alleine nicht aus, erklärte Tamara Gloor von der Thurgauer Fachstelle Neobiota auf Anfrage der Nachrichtenagentur Keystone-SDA. Solche Köder würden von diesen Ameisen schnell erkannt. Es brauche mehrere unterschiedliche Bekämpfungsmittel in Kombination mit heissem Wasser.
Man habe sich für die Massnahmen im nahen Ausland und in anderen Kantonen kundig gemacht. Vor allem in Deutschland sei bereits viel Erfahrung mit der Bekämpfung gesammelt worden. Fälle gab es zuletzt etwa im Kanton Zürich. Im November 2023 hat ein Hobby-Ameisenforscher in Winterthur die invasiven Ameisen entdeckt, wie damals die Nachrichtenagentur Keystone-SDA berichtete. Ein vom Kanton beauftragter Ameisenspezialist habe den Befall bestätigt.