Eine Nationalratswahl aus der Ferne
Bei den Nationalratswahlen treten jeweils viele Kandidatinnen und Kandidaten zur Wahl an, die sich aus irgendeinem Grund von der Masse abheben. Dies nicht ausschliesslich aus politischen Gründen. So gibt es seit 1971 einige, die als ihren Wohnsitz einen Ort ausserhalb des Kantons Graubünden oder gar ausserhalb der Schweiz angaben.
Neben dem bekannten Beispiel von SVP-Nationalrätin Magdalena Martullo (Meilen im Kanton Zürich) gibt es noch einige weitere «Exoten». Die SVP taucht dabei besonders häufig auf. Dies ist allerdings nicht ganz überraschend, stellt die Partei doch seit 2011 jeweils eine Liste «SVP International» auf. So traten bei der Partei zur letzten Wahl drei Kandidaten mit Wohnsitz im Ausland an. Es waren dies Viktor Nell (Spanien), Hansjürg Lippuner (Deutschland) und Harry Eggerschwiler (Namibia). Von Erfolg gekrönt waren diese Kandidaturen aber nicht wirklich. Die drei Kandidaten vereinigten insgesamt nur ungefähr 650 Stimmen auf sich.
Die 1000-Stimmen-Grenze knackten neben der amtierenden Nationalrätin Martullo nur noch zwei weitere Kandidatinnen seit 1971. Es war dies Myrtha Welti, die 1999 für ebenfalls die SVP mit Wohnsitz in Zürich antrat und trotz dem letzten Listenplatz 6179 Stimmen holte. Die Churerin und Mutter der international erfolgreichen Sängerin Sophie Hunger kandidierte zuvor bereits 1995 für die SVP Bern und war Generalsekretärin der SVP. 2000 trat sie aus der SVP aus. 2009 trat sie der BDP bei.
Dauerläuferin Wolf
Die zweite Kandidatin, welche trotz Wohnort ausserhalb von Graubünden die 1000 Stimmen knackte, ist Brigitte Wolf, die ebenfalls 1999 kandierte. Sie holte mit Wohnsitz im Wallis 1970 Stimmen als damaliges Aushängeschild der Umweltliste Graubünden. Dies reichte nicht zur Wahl.