Eine Generation auf Goldjagd
Das Schweizer Team träumt nach vier Silbermedaillen in den letzten zwölf Jahren vom ersten WM-Titel. Die Ausgangslage war selten so vielversprechend wie vor diesem Heimturnier.
Bei der letzten Heim-WM 2009 in Bern verpassten die Schweizer die Viertelfinals, und der damalige Nationaltrainer Ralph Krueger sprach von einem Heimnachteil. Diesmal befindet sich das Team an einem ganz anderen Punkt. Nachdem in den letzten beiden Jahren der WM-Titel jeweils nur hauchdünn verpasst worden war – 2024 ging der Final gegen Tschechien mit 0:2 verloren (das 0:1 fiel erst in der 50. Minute), ein Jahr später gegen die USA gar erst in der Verlängerung (0:1) –, rückten die Schweizer in der Weltrangliste hinter den Amerikanern auf Platz 2 vor. In den letzten 35 Vorrundenspielen an einer WM verliessen sie das Eis bloss fünfmal als Verlierer.
Die Schweizer sind mittlerweile dermassen gut, dass der Einzug in die Viertelfinals vorausgesetzt werden kann – die Gegner in der Vorrunde der Gruppe A sind der Reihe nach Titelverteidiger USA (15. Mai), Lettland (16. Mai), Deutschland (18. Mai), Österreich (20. Mai), Grossbritannien (21. Mai), Ungarn (23. Mai) und Finnland (26. Mai). Dies umso mehr, als mindestens sechs NHL-Spieler zur Verfügung stehen, unter ihnen Roman Josi und Nico Hischier, die bei den Nashville Predators respektive den New Jersey Devils als Captain amten.
Zudem stösst am Mittwoch auch Janis Moser zum Team; der 25-Jährige hat sich in dieser Saison bei den Tampa Bay Lightning zu einem der besten Defensivverteidiger in der besten Eishockeyliga der Welt entwickelt. Dass er zur Verfügung steht, ist umso wichtiger, als mit Jonas Siegenthaler und Andrea Glauser zwei äusserst wichtige Verteidiger verletzt fehlen. Ein Fragezeichen steht noch hinter Philipp Kurashev; ob der Stürmer der San Jose Sharks teilnehmen kann, werden weitere medizinische Abklärungen zeigen.
Zunächst im Überlebensmodus
Dass die Schweizer Mannschaft insbesondere in der Offensive enorm von den NHL-Stars abhängig ist, steht ausser Frage. Insofern sind die Voraussetzungen für die Heim-WM vielversprechend. Allerdings blickt das Team aufgrund der Affäre um den ehemaligen Nationaltrainer Patrick Fischer und dessen gefälschtes Covid-Zertifikat auf turbulente Tage zurück. «Wir waren danach zunächst mehr im Überlebensmodus und mussten überlegen, was wir machen können, damit die Energie und das Vertrauen nicht verloren gehen», sagt Nationalmannschaftsdirektor Lars Weibel im Gespräch mit der Nachrichtenagentur Keystone-SDA.