Ein Treppensturz – das muss nicht sein
von Tobias Jakob, Beratungsstelle für Unfallverhütung, dipl. Bauingenieur HTL und Berater Haus und Produkte
Im oberen Stock etwas vergessen haben, rasch etwas aus dem Keller holen, nur rutschige Socken an den Füssen, auf einer Treppenstufe liegt noch das Spielzeugauto des Sohnemanns – bisher ging das immer gut. Darauf, dass man ausrutschen, stolpern oder ins Leere treten könnte, ist man nicht gefasst. Aber Treppen gehören zu den Hotspots von Sturzunfällen. Diese schmerzhafte Erfahrung machen jedes Jahr 53'000 Personen.
Auch gibt es konstruktionsbedingte Ursachen für Stürze auf Treppen: ungeeignete Trittverhältnisse, rutschige Beläge, ungenügende Kontraste und schlechte Beleuchtung. Oder ein Geländer, das nicht dem Stand der Technik entspricht.
Die richtige Konstruktion …
Zu einer sicher konstruierten Treppe gehören auch die richtigen Handläufe, die folgenreichen Stürzen vorbeugen. Denn die Hand am Handlauf kann einen Sturz abfangen und das Gleichgewicht beim Treppengehen unterstützen.
Idealerweise befinden sich Handläufe auf beiden Treppenseiten. Nur einseitig vorhanden, schränkt das je nach Situation ein – bei Gegenverkehr, beim Tragen einer Tasche oder bei fehlender Kraft in Arm oder Hand. Kann nur ein Handlauf montiert werden, ist dieser in Abwärtsrichtung gesehen vorzugsweise rechts angebracht. Durch das ganze Treppenhaus durchgängig ausgeführte Handläufe erlauben das Benützen, ohne den Handlauf loszulassen und wieder ergreifen zu müssen.
Überragt der Abschluss des Handlaufs die Trittkante um eine Trittlänge, (mindestens 30 cm) kann man ihn vor der ersten Stufe ergreifen. Denn Unfälle passieren meist am Beginn oder Ende einer Treppe. Idealerweise ist der Abschluss nach unten gebeugt oder an die Wand geführt. Sonst kann man mit einem Kleidungsstück oder einer Tasche hängenbleiben.