Alpine Solaranlage bei der Bergbahn Madrisa
Die geplante alpine Solaranlage Madrisasolar käme auf rund 2000 Meter über Meer zu stehen und würde sich im Endausbau über eine Fläche von etwa 150 000 Quadratmeter erstrecken, schreibt die Repower AG in einer Medienmitteilung. Die rund 30 000 Module wären allesamt nach Süden ausgerichtet und würden bei einer Produktionsleistung von 12 MW eine durchschnittliche Jahresproduktion von voraussichtlich über 17 GWh liefern. Mit dieser Strommenge könnten rund 3500 Haushalte versorgt werden.
Die Ausbeute an Solarstrom, insbesondere in den wichtigen Wintermonaten, ist an dieser Lage besonders hoch. Und der Strom wird dort produziert, wo dieser zum Teil auch gebraucht wird. Verbrauchs- und Produktionsprofil der Bergbahn und Madrisasolar stimmen ideal miteinander überein, sodass die Bergbahn Madrisa vollständig mit Solarstrom betrieben werden könnte. Die Produktion von lokal erzeugter, erneuerbarer Energie ist für die Klosters-Madrisa Bergbahnen AG ein wichtiges Thema, und Madrisasolar wäre ein grosser Schritt zu mehr Nachhaltigkeit am Berg. Darüber hinaus würde die Anlage auch lokale und regionale Bedürfnisse abdecken.
Vorhandene Infrastruktur und Nutzung
Madrisasolar käme in einem Gebiet mit vorhandener Infrastruktur und Nutzung zu stehen. Aktuell wird zusätzlich eine Umweltverträglichkeitsprüfung durch-geführt. Grundbesitzerin des Standorts ist die politische Gemeinde Klosters, das Nutzungsrecht liegt derzeit bei der Alpgenossenschaft. Besitzerin und Betreiberin von Madrisasolar wäre die Bündner Energieversorgerin Repower AG, die technische Projektleitung liegt bei der Fanzun AG. Eine Beteiligung der Gemeinde und die weiteren Rahmenbedingungen sind derzeit noch in Prüfung und Ausarbeitung.
Diskussion im Gemeiderat
Die Klosterser Zeitung (KZ) berichtete am Freitag aus dem Klosterser Gemeinderat, wo das Projekt am Mittwoch davor Thema gewesen war: «Vorgestellt wurde das Projekt von Florian Wissmann, Leiter Fotovoltaik der Repower, und Ingenieur Sebastian Braun (Fanzun AG) im Beisein von alt Regierungsrat Dr. Mario Cavigelli, der als Berater der Gemeinde an der Sitzung teilnahm. Gemeindepräsident Hansueli Roth erklärte, es sei bei einem Projekt dieser Grössenordnung erst wenig Know-how vorhanden, das man 1:1 übernehmen könne. Um dem Projekt den nötigen Auftrieb zu geben, wurde eine Arbeitsgruppe gegründet. [...] In Diskussion sah Gemeinderat Andrea Guler Probleme mit dem engen Zeitplan und wünschte sich, dass sich auch gemeindeeigene Betriebe am Projekt beteiligen können. Hans Peter Garbald jun. erhoffte sich, dass sich die Anlage bei den Stromrechnungen der Einwohner bemerkbar mache. Bereits am 22. Oktober soll das Projekt an die Urne gelangen, denn die Zeit eilt: Nur, wenn bis Ende 2025 bereits 10 Prozent des jährlichen Ertrages geliefert werden kann, hat das Projekt Anspruch auf Fördermittel des Bundes; diese können bis zu 60 Prozent der Kosten betragen. Baubeginn soll demnach im Mai 2025 sein. Noch nicht berechnet ist, ob die Anlage rentiert, wenn diese Fördermittel nicht ausgelöst werden könnten.» Die KZ erwähnt eine weitere Krux mit dem engen Zeitplan: So müssten nach Baufreigabe rechtzeitig geeignete Trafostationen angeliefert werden. Die Leitung ins Tal könne mit der bestehenden Bestandesleitung erfolgen, welche jedoch ausgebaut werden müsse.
Wie die Repower weiter schreibt, unterstützen sowohl der Gemeindevorstand von Klosters und die Klosters-Madrisa Bergbahnen AG das Vorhaben. Alle Beteiligten erachten den Zubau von Produktionsanlagen für erneuerbare Energien als zwingend und beurteilen den geplanten Standort aus Umwelt-, Landschafts- und Tourismussicht als möglich und gut verträglich. Im Lichte des Energiestadt-Labels passt eine entsprechende Produktionsanlage zudem bestens in die Energiestrategie der Gemeinde Klosters.
Informationsversammlung
Bis zur Einleitung des Bewilligungsverfahrens sind noch einige politische und technische Hürden zu überwinden. So ist nebst dem Gemeindeparlament und der Stimmbevölkerung auch die Bürger-gemeindeversammlung für das Weiterkommen dieser Grossanlage zuständig. Eine öffentliche Informationsveranstaltung zum Projekt ist im August vorgesehen. (pd/dz)