Ein Rück- und Ausblick nach dem geplatzten Medaillentraum
Mit dem bitteren Ausscheiden im Olympia-Viertelfinal ist für das Schweizer Nationalteam das erste von zwei Saisonhighlights Geschichte. Ein Rück- und Ausblick knapp drei Monate vor der Heim-WM.
«Es ist hart», sagt Roman Josi immer wieder, als er versucht, die Niederlage im Viertelfinal gegen das finnische NHL-Ensemble nach heroischem Kampf zu erklären. Bis zur 54. Minute lagen die Schweizer noch 2:0 vorne, ehe sich der Olympiasieger in einem dramatischen Finish in die Verlängerung rettete und sich dort 3:2 durchsetzte. Er sei extrem stolz, für diese Mannschaft zu spielen, so der Schweizer Captain. «Wir haben ein unglaubliches Team und ein starkes Turnier gespielt, aber es gibt manchmal Dinge, die man sich nicht erklären kann. Dass wir es nicht geschafft haben, wird noch lange wehtun.»
Wie schon bei WM-Finals von 2018 (2:3 n.P.), 2024 (0:2) und 2025 (0:1 n.V.) scheiterten die Schweizer in einem grossen Spiel erneut hauchdünn. Diesmal verpassten sie aber nicht Gold, sondern die Chance, um die erste Schweizer Olympia-Medaille der Neuzeit zu spielen.
Starke Special Teams und ein überragender Genoni
Eindrücklich war, wie das Schweizer Team die Ausfälle von Kevin Fiala und Denis Malgin wegsteckte. Die beiden Stürmer, die früh im Turnier ausgefallen waren, sind insbesondere für das Powerplay wichtige Faktoren. Trotzdem stellten die Schweizer hinter den USA und Kanada das dritteffizienteste Überzahlspiel, im Unterzahlspiel waren sie hinter den USA sogar die Nummer 2. Bezüglich der Effizienz im Abschluss konnte die Mannschaft allerdings nicht mit den Topwerten der letzten beiden Weltmeisterschaften mithalten. Nur Frankreich und Gastgeber Italien waren schlechter.
Mit der Rückkehr der NHL-Cracks auf die olympische Bühne nach zwölf Jahren wimmelte es in Mailand nur so von Superstars. So viel Qualität stand auf dem Eis. Patrick Fischer stand die wohl beste Schweizer Mannschaft der Geschichte zur Verfügung. Und mit Leonardo Genoni hütete der beste Goalie des Turniers das Tor. An ihm lag es definitiv nicht, dass die Schweizer in ihrem fünften Spiel innert sieben Tagen am Ende nicht als Sieger vom Eis gingen. «Leo ist unglaublich», adelt Roman Josi den siebenfachen Schweizer Meister. «Er ist an jedem grossen Turnier immer der beste Goalie, er hat schon so viele Spiele für uns gewonnen. Es ist verrückt, dass er nie in der NHL gespielt hat.»