Ein Portugiese vermiest die Schweizer Tennisparty
Nach Dominic Stricker erreicht am Swiss Open in Gstaad nur Jérôme Kym die Achtelfinals. Stan Wawrinka unterliegt hingegen bei seinem Abschied in drei Sätzen auf bittere Art – und wird danach gefeiert.
Ein Fahnenmeer begrüsst Stan Wawrinka, als er in Gstaad den rappelvollen, ausverkauften Centre Court, die Roy Emerson Arena, betritt. Es könnte – und wird am Ende – das letzte Mal sein, dass er im Berner Oberland antritt. Um 20.35 Uhr, kurz, bevor es dunkel wird zwischen den Bergen, ist es dann mit einem Schlag totenstill. Wawrinka (ATP 117) verliert in 2:39 Stunden 7:6 (12:10), 4:6, 4:6 gegen Jaime Faria (ATP 92).
Nachdem die Portugiesen die Schweizer Fussballer an der WM 2022 mit 1:6 rausgeworfen haben und ein portugiesischer Schiedsrichter Breel Embolo diesmal vom Platz gestellt hat, steht nun also auch auf dem Tennisplatz ein Portugiese der Schweizer Party im Weg. Allerdings nur ein bisschen.
Ehrung nach dem Match
Denn nach dem ersten Frust hellt sich die Miene des dreifachen Grand-Slam-Champions schnell wieder auf. Er wird auf dem Platz gebührend geehrt. Ehemalige Weggefährten, die Turnierverantwortlichen, Ballkinder, die mit Buchstaben auf ihren T-Shirts «Merci Stan» sagen und natürlich die Fans bereiten ihm einen würdigen Abgang. Nicht den ersten in diesem Jahr.
Denn sportlich wiederholt sich ein Muster, das man aus den letzten Monaten nur zu gut kennt. Stan Wawrinka ist im letzten Jahr seiner Karriere konkurrenzfähig, oft nahe am Sieg, verliert am Ende aber meist knapp. Gewann er in den ersten zwei Monaten noch sechs Partien auf der ATP Tour, ist es seit März und auf Sand nur noch eine. Gegen Faria gab er nur zweimal seinen Aufschlag ab, in den Sätzen zwei und drei beide Male zum finalen 4:6.
Am meisten ärgert Wawrinka, dass ihm die Niederlage die Chance auf eine weitere Partie nimmt. Es wäre gegen den zweifachen Gstaad-Sieger Casper Ruud gegangen.
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