Ein modellhaftes Projekt der Gemeinde Ilanz/Glion
Sechs Jahre nach der Fusion hat die Gemeinde Ilanz/Glion eine gut funktionierende Verwaltung und einen bunten Strauss an Projekten im Kocher. Wie in vielen Orten schwindet die bisherige dörfliche Identität in Ilanz. Dies aber ohne, dass eine neue Identität und Zugehörigkeit zur neuen Gemeinde schon da wäre, heisst es in einer Mitteilung. Ein erster Samen ist am 21. und 22. Juni 2019 am Abschlussfest von «refo500» gesät worden. Dieses stand unter dem Motto «Reuniun – einander begegnen und gemeinsam feiern» und war zugleich auch ein Schulfest von allen Schulstandorten, ein Volksfest und ein Fraktionenmarkt.
Unter dem Titel «Reuniun – Nus essan / Wir sind Glion/Ilanz» will die Gemeinde nun daran anknüpfen. Wie es weiter heisst, sollen dadurch die Entwicklungsmöglichkeiten von der dörflichen Nachbarschaft und der lokaler Identität langfristig gestärkt werden. Denn nachbarschaftliches Zusammenleben, soziale Integration und zivilgesellschaftliches Engagement bilden wichtige Faktoren der Wohnortattraktivität und Lebensqualität. Gerade die Corona-Krise habe dies deutlich gezeigt.
Eine neue Identität mit «Nahen» und «Fernen»
Mit dem Modellvorhaben will die Gemeinde Ilanz/Glion dem Potenzial des lokalen und gesellschaftlichen Lebens und den Bedürfnissen nachgehen. Dabei wird auch dem Umstand Rechnung getragen, dass es immer wieder die gleichen Akteure der Zivilgesellschaft sind, die das öffentliche soziale Leben mitgestalten, während die Sichtweisen der weniger Aktiven unbekannt bleiben. Das Projekt will beide Gruppen – die «Nahen» und die «Fernen» – einbinden, ihre Bedürfnisse erheben und sie zur sozialen Interaktion animieren.
Laut den Verantwortlichen soll so ein gegenseitiges Kennenlernen über dörfliche, kulturelle oder soziale Grenzen hinweg in Gang kommen. Dieser Prozess soll auch Erfahrungen der verschiedenen Traditionen, der gesellschaftlichen Strukturen und des Vereinslebens aufnehmen.