Ein elfjähriger Felsberger lässt sich für einen guten Zweck die Haare wachsen
von Annina Hartmann
Zerzauste, etwas zu lang gewordene Haare. Sie mögen sich bestimmt noch an die sogenannten Lockdownfrisuren erinnern. Die Frisuren, welche entstanden sind, als wir einige Wochen zu Hause bleiben mussten und nicht mal ein Coiffeurbesuch erlaubt war. Glück hatten diese Personen, welche eine Coiffeuse oder einen Coiffeur im Hause hatten. Einige nahmen die länger gewordenen Haare als Anlass, etwas Neues auszuprobieren. In dieser Zeit hatte auch der «Man Bun» Hochkonjunktur. Auch heute tragen ihn noch einige Männer.
Auch bei Ben Huttenburg, damals in der ersten Klasse in Felsberg, wuchsen während des Lockdowns die Haare immer weiter. Im Homeschooling machte ihm seine Mutter Anna eine sogenannte Palme, damit er die Rechenaufgaben noch sehen konnte. Als die Geschäfte wieder öffneten und einige zum Haareschneiden stürmten, hatte sich Ben an seine langen Haare gewöhnt und wollte sie weiter wachsen lassen. «Ich war im Internet und habe gesehen, dass andere Kinder ihre Haare wachsen lassen, um diese für Perücken für krebskranke Kinder zu spenden. Da wusste ich, das will ich auch», erklärt Ben. Seine Haare sind aktuell ab Schnittstelle rund 30 Zentimeter lang. Um zu spenden, reichen 25 Zentimeter. Gemessen wird die zu spendende Länge.
«Die Haare wären eigentlich noch länger und wahrscheinlich schon gespendet, leider kam es zu einem Fehlschnitt», erklärt Anna Huttenburg. «Bei einem Coiffeurbesuch wurden etwa zehn Zentimeter anstelle der Spitzen geschnitten. Darum musste Ben sie über einen längeren Zeitraum wachsen lassen.» Nun sei es der Plan, die Haare gegen Ende dieses Jahres zu schneiden und zu spenden, meint der bald Elfjährige. Auch wenn er seine Haare mag, freut er sich, wenn sie ab sind. «Langsam zupft es, wenn ich sie kämme, und sie stören auch öfters.» Ideen für neue Frisuren hat er auch schon.«Ich will dann verschiedene Frisuren von Fussballern ausprobieren», meint er stolz.