Ein Blitzschlag gab der Künstlerin Rebecca Solari ihr Alter Ego
Zwischen Musik, Performance und zeitgenössischer Kunst macht Rebecca Solari den Tessiner Dialekt zu einem künstlerischen Mittel. Die multidisziplinäre Künstlerin erzählt Keystone-SDA von ihrem Alter Ego Fulmine und ihrer Verbundenheit zum Bleniotal.
Im Electro-Punk-Duo Crème Solaire macht die 1996 geborene Rebecca Solari Musik. Auf der Bühne ist sie allerdings auch als Performance-Künstlerin zu sehen. Sei es an einem alternativen Musikfestival oder auf der Bühne des laufenden Festivals Belluard Bollwerk – als Kunstschaffende ist sie Fulmine, ihr künstlerisches Alter Ego.
Sie habe keine Vorlieben, was ihre Disziplinen angeht: «Ich mag die Bühne sehr, dort habe ich am meisten Spass», sagt sie der Nachrichtenagentur Keystone-SDA in der Bieler Altstadt, wo Rebecca Solari lebt.
Intimes Alter Ego
Ein grosser Teil ihrer Kunst entspringt unmittelbar ihren Erfahrungen auf der Bühne – vom Backstage bis hin zum Kontakt mit dem Publikum. So entstand auch die antiheroische Kunstfigur Fulmine, die sie vor fünf Jahren ins Leben rief, nachdem bei einem Konzert in Rapperswil-Jona SG ein Blitz in ihr Mikrofon eingeschlagen hatte. «Fulmine» bedeutet auf Deutsch «Blitz».
«Irgendwann begann ich um Hilfe zu schreien. Da gab es keine Figur mehr, keine Performance – nur noch die Realität», erinnert sie sich. Aus diesem traumatischen Erlebnis entwickelte sich ein künstlerischer Prozess, der die Grenze zwischen Inszenierung und Wirklichkeit, zwischen Bühne und gelebtem Leben auslotet.
Gleichzeitig ist Fulmine eng mit ihrer eigenen Biografie verbunden – insbesondere durch den Dialekt des Bleniotals, in dem sie aufgewachsen ist. «Durch diese Figur kann ich einen viel verletzlicheren, viel persönlicheren Teil von mir ausdrücken und von den Landschaften erzählen, die meine Kindheit geprägt haben», sagt sie.
Sprachliche Minderheit repräsentieren