Ein Bauer packt das Übel an der Wurzel
von Isabel Plana*
Was für den Hobby-Gärtner ein Makel im Blumenbeet ist, kann für Bergbauern zu einem ernsthaften Problem werden: Unkraut. Pflanzen wie der Hahnenfuss oder die Wiesenblacke überwuchern vielerorts ganze Alpweiden, sodass immer weniger nahrhaftes Gras für die Kühe bleibt.
Dies ist zum Beispiel auch bei den Bio-Bauern Balz und Esther Schuler in Braunwald der Fall. Die Wiesenblacke macht ihnen das Leben schwer. Die Weiden, auf denen ihre Mutterkühe grasen, sind im Sommer übersät mit den bis zu zwei Meter tief wurzelnden Ampfergewächsen. So bleiben die Blacken von den gefrässigen Kühen verschont und verdrängen mehr und mehr die nahrhaften Gräser.
Eine heisse Öko-Methode
«Auf der Suche nach einer ökologischen Bekämpfungsmethode bin ich auf eine Maschine gestossen, die mit hohem Druck kochend heisses Wasser in die Wurzelballen der Blacken spritzt», erzählt Balz Schuler und demonstriert den Vorgang. Wie bei einem Hochdruckreiniger kommt das Wasser aus der Düse geschossen und dringt in den Boden ein. Es zischt und dampft, und der Erhitzer, der das Wasser beim Durchlauf auf Siedetemperatur bringt, macht ordentlich Lärm.
Schau mal, diese Wurzel ist fast so gross wie ich.»
Nach einigen Sekunden ist der Spuk vorbei, und Balz Schuler geht ein paar Schritte weiter zum nächsten Wiesenblacken-Nest. «Das kochende Wasser tötet die Wurzeln der Blacken ab, sodass man sie danach einfacher aus dem Boden ziehen kann», erklärt Schuler. Beim Jäten helfen seine drei kleinen Söhne tatkräftig mit. «Schau mal, diese Wurzel ist fast so gross wie ich», meint der zehnjährige Corsin.