E-Auto-Ladestationen: Investieren oder die weitere Entwicklung abwarten?
von Remo Fetz, MAS ZFH in Real Estate Management/Eidg. Dipl. Immobilientreuhänder, Montana Liegenschaften, Chur
Die Elektromobilität hat Zukunft, darüber sind sich die Fachleute einig. Nur die Frage, in welcher Geschwindigkeit die Marktdurchdringung erfolgt, steht noch offen. Wohngebäude haben im Vergleich zu Fahrzeugen einen deutlich längeren Erneuerungszyklus. Entsprechend stellt sich nicht nur bei Neubauten die Frage nach der Einrichtung von Ladeinfrastrukturen, sondern ebenso bei bestehenden Wohnkomplexen.
Die gängigen Möglichkeiten
Aktuell gibt es mehrere Möglichkeiten, ein Mehrfamilienhaus mit E-Autoladestationen zu versehen. Die erste Variante sieht vor, zwei, drei Parkplätze als reine Ladeparkplätze auszurüsten. Der Vorteil: Die Investitionskosten sind so am geringsten. Der Nachteil: Man verliert Parkplätze und damit Mieteinnahmen. Zudem ist nicht gesichert, dass bei einem Anstieg an E-Autos auch alle Nutzer ihre Autos laden können.
Die zweite und aktuell gängigste Variante ist, alle Parkplätze mit einem Flachbandkabel auszustatten. Dieses Kabel ermöglicht, dass der Nutzer anhand einer vordefinierten und einheitlichen Ladebox (Wallbox) Strom auf seinem eigenen Parkplatz beziehen kann. Die Kosten für die Installation eines Flachbandkabels beläuft sich auf rund 500 bis 1000 Franken. Für die Wallbox fallen pro Parkplatz – je nach Anbieter – weitere Kosten von zirka 2500 bis 3000 Franken an.
Wichtig ist bei dieser Variante, dass alle dieselbe Wallbox anschliessen, da diese untereinander das Lastmanagement des effektiv vorhandenen Stroms koordinieren. Nur so ist es möglich, mit den Anschlussleistungen des Hauses Stromengpässe zu verhindern.
Die Installation einer Schnellladestation ist bei beiden Varianten nicht möglich, da diese Leistung in einem Mehrfamilienhaus nicht abrufbar ist.