«Düstere Stimmung» am IWF-Frühjahrstreffen in Washington
Mit gemischten Gefühlen kehren Bundespräsident Guy Parmelin und Finanzministerin Karin Keller-Sutter von den Treffen des Internationalen Währungsfonds (IWF) und der Weltbank in die Schweiz zurück. Keller-Sutter hat die Stimmung an der Tagung als «düster» bezeichnet.
«Es gab im Wesentlichen ein Thema: Wie entwickelt sich die Weltwirtschaft mit dem Krieg im Nahen Osten?» sagte die Finanzministerin der Nachrichtenagentur Keystone-SDA am Freitag in Washington.
«Toxische Mischung»
Möglicherweise resultiere die Lage in steigenden Zinsen, höheren Staatsverschuldungen und einer Verlangsamung des Wirtschaftswachstums. Dazu kämen die hohen Energiepreise, die auf die Konsumentenpreise schlügen. Zudem bestehe ein hohes Inflationsrisiko und die Finanzmarktstabilität sei bedroht. «Das ist schon eine ziemlich toxische Mischung», sagte Keller-Sutter.
Viele Staaten seien tief verschuldet und sähen keinen Spielraum im Budget mehr. «Jetzt haben sie zusätzlich die Aussicht, dass es wirtschaftlich sehr schwierig werden könnte», sagte die Finanzministerin.
Den eigentlichen Elefanten im Raum – dass die USA mit dem Zollstreit und dem Krieg gegen Iran an der zunehmenden Destabilisierung der Welt Schuld tragen – sprachen weder die Schweizer Vertreter noch andere europäische Staaten direkt an. Hinter den Kulissen zeichnet sich aber ab, dass die USA global immer weniger Freunde haben.
Staaten und Privatwirtschaft gemeinsam gefordert
Bundespräsident Parmelin wies auf die riesigen Auswirkungen hin, die die gegenwärtigen geopolitischen Herausforderungen auf die Weltbank und den IWF zeigten.
«Wir sind uns einig, dass wir die Probleme gemeinsam angehen müssen: Entwicklungsbanken, Politik und Privatwirtschaft», sagte Parmelin der Agentur Keystone-SDA am Schluss seines Besuches in Washington.