Duell zwischen PGA-Profis und LIV-Absahnern
Zwei «Abtrünnige» starten ins Masters in Augusta als heisseste Favoriten. Der Spanier John Rahm und der Amerikaner Bryson DeChambeau, die Leader der LIV-Tour, präsentierten sich zuletzt in Hochform.
Das Undenkbare scheint plötzlich nicht unmöglich – nämlich dass zwei Stars der saudischen LIV-Tour das Masters in Augusta dominieren könnten. Bryson DeChambeau (in Singapur und Südafrika) und John Rahm (in Hongkong) gewannen die letzten drei Turniere auf der LIV-Tour. Und am viertletzten Turnier in Adelaide lagen sie vor der Schlussrunde gemeinsam in Führung, mussten aber den Amerikaner Anthony Kim vorbei ziehen lassen.
«Er spielt im Moment fantastisch Golf», sagt Jon Rahm über Bryson DeChambeau. «Es ist schier unglaublich. Wenn er in Form ist, dann ist er fast nicht zu schlagen.» Nicht weniger euphorisch kommt es von der anderen Seite zurück: «Ich ziehe den Hut vor John Rahm», so DeChambeau, «ich kann euch sagen, dieser Kerl ist zu gut. Er ist definitiv einer der allerbesten der Welt.»
LIV-Tour salonfähig
Dass vor dem Masters Rahm und DeChambeau so sehr im Fokus stehen, zeigt auch auf, dass die LIV-Tour nicht mehr nur belächelt wird. Die aus dem saudi-arabischen Staatsfonds finanzierte Tour macht sich – obschon aus der vor zwei Jahren angekündigten Annäherung zwischen PGA- und LIV-Tour nichts wurde. Die weltweiten Turniere der LIV-Tour werden mittlerweile auch in den USA live übertragen (durch Fox Sports).
Die LIV-Tour hat sich salonfähig gemacht. LIV steht für die römische Zahl 54 und beschreibt das Produkt mittlerweile nicht mehr gut. Ab diesem Jahr nehmen mehr als 54 Profigolfer an den Turnieren teil. Gespielt werden nicht mehr 54 Löcher (3 Runden), sondern wie an den übrigen Profiturnieren die üblichen 72 (4 Runden). Dadurch lassen sich ab dieser Saison auch auf der LIV-Tour Weltranglistenpunkte gewinnen – etwas, was den LIV-Golfern in den ersten vier Jahren verwehrt worden ist.
Drei von elf Majors gewonnen