Druckresistenz ist das Schlüsselwort in der K.o.-Phase
Mit der K.o.-Phase rückt an der WM das Penaltyschiessen in den Fokus. Für die Schweiz ist das eher ungünstig. Dabei ist das Penaltyschiessen kein Glücksspiel.
Es gibt Sachen, die muss die Schweizer Fussball-Nationalmannschaft erst lernen. Penaltyschiessen zum Beispiel. Sechsmal musste die Schweiz an WM- oder EM-Endrunden bislang zur Penalty-Entscheidung antreten, erst im fünften Anlauf gelang im EM-Achtelfinal 2021 gegen Frankreich der bislang der einzige Sieg.
Die schlechteste Nation in WM-Penaltyschiessen ist übrigens nicht England, sondern Spanien. Die Selección gewann nur eines ihrer insgesamt fünf Penaltyschiessen an Weltmeisterschaften. Dabei ist Erfolg darin keine Lotterie.
So trifft man (fast) immer
Rein statistisch gesehen, ist die Sache einfach: Hoch schiessen, sicher treffen. Laut Datenanbieter Opta wurde in den Penaltyschiessen der WM-Geschichte 39-mal ins obere Drittel des Tores geschossen – und die Torhüter konnten stets nichts ausrichten. Nun ist es aber recht anspruchsvoll, dorthin zu treffen und nicht daneben zu schiessen, weshalb die meisten Fussballer in eine der unteren Ecken zielen. Hier ist übrigens aus Sicht des Schützen die linke Ecke zu empfehlen, dort wurden bisher rund 85 Prozent der Penaltys verwandelt.
Doch es gibt noch weitere Aspekte. Da wäre zum einen die Präzision. Bei einer Analyse von fast 100'000 Penaltys, die seit 2009 weltweit in allen Wettbewerben von Männern und Frauen geschossen wurden, fand man heraus, dass Präzision wichtiger ist als Schusshärte. Zudem steigt die Wahrscheinlichkeit eines erfolgreichen Penaltys, wenn der Anlauf länger als fünf Schritte beträgt.
Eine weitere wichtige Zutat ist die Zeit. Diese muss sich der Schütze nehmen. Puls herunterbringen, Konzentration steigern. Lange Zeit waren englische Spieler diejenigen, die ihre Penaltys am schnellsten ausführten – und ausschieden.
Kann ein Schütze eine Mannschaft mit seinem Penalty eine Runde weiter schiessen, beträgt die Erfolgsrate 92 Prozent. Andersherum gehen nur 60 Prozent der Versuche ins Tor, wenn bei einem Fehlschuss das Aus droht. Statistisch gesehen ist es dennoch egal, wer bei einem Penaltyschiessen beginnt. Hier fanden Forscher keinen eindeutigen Beleg für eine Variante.