Dreisprachigkeit wird endlich gelebt
Am ersten Sessionstag wurde die Botschaft Neubau Verkehrsstützpunkt der Kantonspolizei in Chur debattiert. Dabei stiess die Zentralisierung der Arbeitsplätze in Chur und die Aufhebung der Arbeitsplätze in Thusis auf Kritik, zudem machten sich zahlreiche Grossräte Sorgen, dass mit der Zentralisierung die Sicherheit entlang der wichtigen Verkehrsachse Bündner Rheintal beeinträchtigt werden könnte, insbesondere wenn man die Stausituation von Landquart bis San Bernadino bedenke.
Die SVP kritisierte insbesondere die nicht transparent gemachte Überschreitung der Finanzkompetenz. Da dem Regierungsrat und dem Grossen Rat bereits heute klar ist, dass die Bruttokosten für den Neubau 9,8 Millionen Franken klar übersteigen werden, forderte die SVP-Fraktion eine Rückweisung der Botschaft, und dass diese Botschaft auch dem Volk vorgelegt wird. Die SVP unterlag jedoch im Grossen Rat, und dies, obwohl bei Projekten ab 10 Millionen Franken das Volk von Gesetzes wegen befragt werden muss. Unbestritten waren das kantonale Gesetz über Härtefallmassnahmen für Unternehmen und über Massnahmen für Publikumsanlässe von überkantonaler Bedeutung (zum Beispiel Unterstützung des Spengler Cups) im Zusammenhang mit der Covid-19-Epidemie – diese wurden einstimmig verabschiedet.
Diverse Vorstösse – erfreulich auch aus Davoser Sicht
Am zweiten Sessionstag wurden diverse Vorstösse behandelt, unter anderem auch jene zu Cyber-Grooming (Grossrätin Valérie Favre Accola) oder den Auftrag bezüglich raschem Abbau von regulatorischen Hürden beim Förderpro-gramm im Bereich von Wärmeerzeugungsanlagen (Grossrat Philipp Wilhelm, SP). Erfreulicherweise zeigte Regierungsrat Peter Peyer nach der Diskussion die Bereitschaft, eine Online-Meldestelle analog «Zürich schaut hin» zu überprüfen, und der Auftrag Wilhelm (SP) zur Förderung von Wärmeverbünden wurde einstimmig überwiesen.
Gescheitert ist hingegen der FDP-Fraktionsauftrag betreffend Steuersenkungen für einen attraktiven Kanton Graubünden, und dies trotz der Unterstützung durch die SVP-Fraktion.