Drei Bahnprojekte sind für den Kanton St. Gallen wichtig
Um den Bahnausbau findet in der Schweiz ein Verteilkampf zwischen den Regionen statt. Der Bundesrat entscheidet bald, welche der zahlreichen Projekte bis 2045 realisiert werden. Der Kanton St. Gallen hofft auf drei Vorhaben.
Anfang März hat die Ostschweizer Regierungskonferenz eine Erweiterung der aktuellen Verkehrsplanung beim Bund gefordert. Es brauche aufeinander abgestimmte regionale Teilstrategien. Was aber sind die konkreten Wünsche aus dem Kanton St. Gallen? Auskunft gibt Patrick Ruggli, Leiter des Amtes für öffentlichen Verkehr.
Keystone-SDA: Welches sind die drei wichtigsten Projekte für den Bahnausbau im Kanton St. Gallen, von denen man hofft, dass sie im Juni in der Vorlage des Bundesrats enthalten sind?
Patrick Ruggli: Dazu gehört die Leistungssteigerung der Bahnhöfe St. Gallen und Rorschach. Diese Infrastrukturen dienen dem Ausbau der S-Bahn St. Gallen und der Durchbindung einer halbstündlichen internationalen S-Bahn nach Österreich. Heute ist ein Umsteigen in St. Margrethen erforderlich.
Das zweite Projekt ist die Schliessung der Doppelspurlücke zwischen Rorschach und Rorschach Stadt. Aktuell gibt es dort einen ungünstigen, kapazitäts- und stabilitätsreduzierenden Engpass – auch für den internationalen Verkehr. Die Schliessung dieser Lücke muss rasch angegangen werden, weil sie bereits heute notwendig wäre, um die Stabilität zu erhöhen.
Beim dritten Vorhaben handelt es sich um die Doppelspur Tiefenwinkel Mühlehorn am Walensee. Damit kann die einzige Doppelspurlücke auf dieser Achse eliminiert werden. Dort verkehren internationale und nationale Fernverkehrszüge, S-Bahnen und Güterzüge. Mit einer Doppelspur wird die Fahrplanstabilität erhöht, die Anschlusssituation für den Interregio oder den Intercity in Sargans entschärft und eine Restriktion in der Planung des Fahrplans eliminiert.
Für den Bau des Brüttenertunnels haben die Vorarbeiten bereits begonnen. Damit verkürzt sich die Fahrzeit zwischen Winterthur und Zürich um acht Minuten. Ist dies nicht ein grosser Vorteil für die Verbindung zwischen St. Gallen und Zürich?