Vorher-Nachher-Bilder veranschaulichen das Ausmass des Rutsches in Brienz/Brinzauls
Zwischen 23 Uhr und Mitternacht sei ein grosser Teil der «Insel» sehr rasch Richtung Brienz/Brinzauls gerutscht, heisst es in einer Mitteilung der Gemeinde Albula/Alvra. Zuvor habe sich die «Insel» noch einmal rapide beschleunigt: Die letzten Messungen haben gemäss Mitteilung eine Geschwindigkeiten von 40 Metern pro Tag aufgezeigt. Das sei das Zehnfache der Geschwindigkeitsmessungen am Vormittag desselben Tages.
Momentan könne noch nicht gesagt werden, wie viel von den 1,9 Millionen Kubikmetern Felsmaterial abgegangen sei. Erste Bildauswertungen zeigen aber eine deutliche Veränderung der Hangoberfläche und lassen darauf schliessen, dass das Ereignis einen grossen Teil der Insel betroffen hat, heisst es in der Mitteilung weiter.
Der Vergleich im Video:
Strassensperre und Umleitungen
Derweil wurde wegen der in der Nacht ausgerufenen Phase Blau die Strasse unterhalb der Sperrzone zwischen Surava und Tiefencastel gesperrt. Feuerwehr und Kantonspolizei richteten eine Strassensperre ein, Schilder informierten bereits ab Bonaduz über die Blockade.
Bus- und Zuglinien auf dem betroffenen Abschnitt wurden ebenfalls unterbrochen. Reisende müssen einen Umweg über Klosters in Kauf nehmen. Pendler die mit dem Auto reisen, müssen das Gebiet grossräumig umfahren. In Tiefencastel gab es deswegen bis um 8 Uhr morgens noch keine Verkehrsbehinderungen.
Am Freitagnachmittag wollen die Behörden informieren. Es gilt zu klären, wie viel der absturzgefährdeten knapp zwei Millionen Kubikmeter Gesteinsmassen heruntergekommen sind und welche Auswirkungen dies für die Bevölkerung von Brienz hat.
Derweil wurde der Start der Tour de Suisse, die heute die gesperrte Strasse hätte passieren sollen, verschoben. Der Tross startet nun um 12.30 Uhr in Chur statt in La Punt, wie auf der Webseite des Rennens ersichtlich war. (so/sda)