So kann Klosters zum Rolemodel werden!
Von Dr. Petra Arends-Paltzer*
In der direkten Demokratie haben meistens nur die gemeldeten Einwohnerinnen und Einwohner aufgrund ihrer Nationalität das Stimmrecht, so auch bei uns in der Schweiz.
Über alle Themenfelder hinweg herrscht heute Einigkeit, dass bei der Auseinandersetzung und Entscheidungsfindung nicht nur Expertinnen und Experten und Bürgerinnen und Bürgern, sondern auch die von den Entscheidungen unmittelbar Betroffenen Mitsprache haben sollen.
Jeden Tag besuchen wir Orte, wir halten uns an Orten auf oder wir kommen durch Orte. Zu einigen dieser Orte haben wir eine besondere Verbindung, wir absolvieren unsere Lehre oder studieren dort, wir machen dort seit Jahren Ferien oder besitzen sogar im Ort eine Ferienwohnung. Diese Gruppen haben also ein elementares Interesse, welches gehört werden sollte.
Im konkreten Falle, zum Beispiel die Zweitwohnungsbesitzer, deren Wohnungsanteil in einzelnen (touristischen) Gemeinden bei über 70 Prozent liegt, in Klosters immerhin bei 63 Prozent. Wichtig ist es, diesen Gruppen Gehör zu verschaffen. In Klosters hat sich diese Gruppe seit 2016 mit der IG Zweitwohnung Klosters positioniert.
Digitale Partizipation
Aber wie kann man diese Mitwirkungsprozesse verbessern, wie kann man junge Menschen einbeziehen und wie schafft man es, dass Lernende, Studenten oder auch Zweitwohnungsbesitzer, die jahrelang an einem Ort wohnen, diesen nutzen und konkret zum Wirtschaftswachstum beitragen – auch zeitnah «gehört» werden? Wie gelingt es zudem, dass diese Gruppen nachweisen, dass sie sich zu einem bestimmten Zeitpunkt an einem Ort aufgehalten, eine öffentliche oder private Einrichtung genutzt haben und somit an diesem Ort tatsächlich partizipieren?