«Diesen Moment werde ich nie vergessen»
Der FC Barcelona feiert am Sonntagabend seinen 29. Meistertitel – und das ausgerechnet gegen den Erzrivalen Real Madrid. Mit dem Tod von Coach Hansi Flicks Vater stehen aber andere Emotionen im Fokus.
Plötzlich ist die grosse Rivalität zwischen den beiden spanischen Vorzeigeklubs nur noch Nebensache. Die ganze Woche hatten die ausser Rand und Band geratenen Real-Stars mit Ferientrips von Kylian Mbappé und den Handgreiflichkeiten zwischen Federico Valverde und Aurélien Tchouaméni als Höhepunkt für Schlagzeilen gesorgt. Der Meistertitel war zwar schon länger praktisch ausser Reichweite. Doch auf keinen Fall wollte man dem Erzrivalen beim Feiern zuschauen müssen.
Am Ende rückt all das in den Hintergrund – wegen einer echten menschlichen Tragödie. Beide Teams laufen geeint mit Trauerflor ins Camp Nou, vor dem Spiel gibt es eine Schweigeminute für den Vater von Barcelonas Cheftrainer Hansi Flick.
Eine echte Familie
Am Sonntagmorgen hatte der 61-jährige Deutsche einen Anruf seiner Mutter erhalten. «Sie hat mir gesagt, dass mein Vater verstorben sei», erzählt Flick nach dem 2:0-Sieg gegen Real. «Ich habe mich natürlich gefragt, was ich nun mache. Es vor meinen Spielern verstecken oder es ihnen sagen?» Flick entschied sich für Letzteres. «Wir sind hier eine echte Familie. Also habe ich es ihnen gesagt – und ihre Reaktion war unglaublich», sagt der ehemalige Coach von Bayern München und der deutschen Nationalmannschaft sichtlich gerührt. «Ich werde diesen Moment nie vergessen. Ich danke ihnen wirklich für ihre Unterstützung.»
Der Meistertitel, sein zweiter in Folge mit Barcelona, ist hochverdient. Drei Runden vor Schluss beträgt der Vorsprung auf das zweitplatzierte Real vierzehn Punkte. Er soll aber noch nicht das Ende der Träume sein. Die Ambitionen von Barça liegen auch und vor allem auf europäischer Ebene. in der Champions League scheiterte man letztes Jahr in den Halbfinals an Inter Mailand und nun in den Viertelfinals an Atlético Madrid.
Ziel Champions League